gamescom und dmexco hatten noch nicht lange ihre Pforten geschlossen, da zeigte die Stadt Köln erneut bei der Internetwoche, warum sie eine der wichtigsten Netzmetropolen Deutschlands ist: Zahlreiche Unternehmen der Region taten sich zusammen, um die unterschiedlichsten Facetten des Internet direkt vor der Haustür zu präsentieren. Doch welche Vorteile bietet der Standort, und wo besteht noch Nachholbedarf? eco hat bei einigen ansässigen Experten nachgefragt.
„Köln ist bereits ein Top-Standort für Internetunternehmen“, sagt Dr. Hans Konle, Sprecher der Geschäftsführung der NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH. Rund 2.000 Unternehmen seien hier direkt im oder mit dem Internet tätig. „Vom Zugang zum Web, der notwendigen Infrastruktur oder den verschiedensten Anwendungen vom Business bis zu Spielen – Kölns Internetwirtschaft deckt die gesamte Palette ab“, erklärt Konle.
Auch Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin der IHK Köln, teilt diese Ansicht. Die Voraussetzungen für den Top-Standort seien gegeben; Köln verfüge über exzellente Rahmbedingungen im Zentrum Europas. „Nun gilt es, vorhandene Qualitäten transparent zu gestalten, wahrnehmbar anzubieten und dafür Sorge zu tragen, dass über die hervorragenden Aktivitäten unserer Internetunternehmen nachhaltig informiert wird“, erklärt sie.
Kreative vor Ort und großes Potenzial für die Zukunft
Ibrahim Mazari, PR-Direktor der Turtle Entertainment GmbH und Leiter der eco Kompetenzgruppe Games, zeigt sich von weiteren Vorzügen der Stadt überzeugt: „Die Stadt ist offen für neue Ideen und hat als Medienstadt viele Unternehmen und kreative Menschen vor Ort, die man benötigt, wenn man im Netz ein Geschäft starten möchte.“ Genau hier sieht er auch noch Nachholbedarf. „Es fehlt eine gezielte Ansprache für Start-ups im Internetbereich“, kritisiert er und wünscht sich für die Stadt eine eigene Initiative im Rahmen der Wirtschaftsförderung, um etwa ausländische Internetunternehmen gezielt nach Köln zu locken. Ziel sei es, dass Twitter, Facebook, Google & Co. ihre Deutschlandrepräsentanz in der Rheinmetropole eröffneten.
„Eine gezielte Förderung von Unternehmensgründungen und -ansiedlungen sowie große Anstrengungen für eine verbesserte Aus- und Weiterbildung“, fordert auch Joachim Vranken, Geschäftsführer der Kalaydo GmbH & Co.KG. Darüber hinaus sollte die Bedeutung der Internetwirtschaft als Wirtschaftsfaktor in der Region noch stärker gewürdigt werden. Schon heute seien in Köln zahlreiche Unternehmen, Organisationen und Freelancer in unterschiedlichen Bereichen tätig – mit einem ungemein großen Potenzial für die Zukunft.

