06.04.2009, Köln, 11:10 Uhr


Im einleitenden Vortrag zeigt Prof. Thomas Mickeleit, Director of Communications, Microsoft Deutschland, zunächst auf, dass „sich alles bewegt“: Ob Spiegel, ADAC oder YouTube – Verlage und Unternehmen investieren zunehmend in Bewegtbild. Nach Barrieren gefragt antworteten Unternehmen, sie scheuen die Kosten, haben keinen Mehrwert und auch kein überzeugendes Konzept. Zudem sehen sie ein zu geringes Interesse der Rezipienten und halten das Erstellen von Corporate TV für zu kompliziert. Wichtig sei, so Mickeleit, dass das Internet kein zusätzlicher Kanal für „altes" Corporate TV sei, sondern ein neues Medium mit neuen Anforderungen und Möglichkeiten. Seine entscheidenden Thesen als Basis für die Podiumsdiskussion lauteten unter anderem: Corporate TV wird das Leitmedium der Unternehmenskommunikation. Unternehmen werden zu Sendern. Grenzen zwischen Marketing und PR verwischen.
Dr. Nikolai A. Behr, Vorsitzender Corporate TV Association e.V., bestätigte die Bedeutung: Es gebe gerade einmal vier DAX-Unternehmen, die kein Corporate TV betreiben. Aber auch kleinere Unternehmen starten vermehrt eigene Sendungen. Dabei könne man zunächst klein beginnen, etwa mit einem Clip, den man auf der Homepage und auf Messen zeige. Bei Erfolg könne man das Projekt dann ausbauen. Wilfried Große-Berg, Geschäftsführer, INFOkontor GmbH, betonte, dass der User zum Zuschauer wird. Guter Content sei entscheidend, Bewegtbild könne Kommunikation dann effizienter machen. So sei ein Film „Wie binde ich Krawatte?“ besser zum Lernen geeignet als eine reine Darstellung diverser Bilder. Corporate TV biete Unternehmen eine attraktive Chance, neue Wege zu gehen und so mit kleinen Mitteln eventuell viel Aufmerksamkeit zu erreichen. Prof. Thomas Mickeleit, Director of Communications, Microsoft Deutschland, wies noch einmal explizit darauf hin, dass sich Corporate TV deutlich von Werbung unterscheiden sollte. Die Beiträge müssten journalistisch aufbereitet und unterhaltsam sein. Dann sei der Return on Investment (Zuschauer, Kaufimpulse) vorhanden.
Ibrahim Evsan, Gründer & CTO, sevenload GmbH, ergänzte, dass die Angebote nicht alleine groß werden. Eine gute Vermarktung sei entscheidend, beispielsweise Marketing per Seeding. Durch Corporate TV seien aber keine traditionellen Fernsehsender gefährdet. Durch die neuen internetfähigen Fernsehgeräte sei Corporate TV dann ein Sender wie alle anderen. Allerdings sollten auch mobile Geräte bedacht werden. Martin Meyer-Gossner, Director Sales & Marketing, CBS Interactive GmbH, zeigte noch eine weitere entscheidende Änderung auf: Früher war die limitierenden Faktoren beim Corporate TV die Technik und die Übertragungswege. Diese stellten heute kein Problem mehr da. Stattdessen fehle es an Know-how bei den Leuten, nicht nur beim Erstellen, sondern auch beim Einbinden in die gesamte Unternehmenskommunikation.
Insgesamt waren sich die Podiumsdiskussionsteilnehmer einig: Corporate TV ist eine Spielwiese, auf der sich Unternehmen austoben können und auch sollten. Da die Möglichkeiten so neu sind, gibt es noch keine festen Regeln. Allerdings gelten natürlich die grundlegenden Anforderungen an Kommunikation.
Die Vorträge finden sie hier; weitere Fotos gibt es in der flickr-Gruppe zur Veranstaltung.