08.09.2009, Köln, 13:30 Uhr



Nach einer kurzen Begrüßung durch Torsten Schwarz und einer thematischen Einleitung durch Nicole Simon wurden zwei Praxisbeispiele vorgestellt: Carmen Hillebrand, Pressesprecherin Consumer & Social Media bei Vodafone Deutschland, erläuterte die Twitter-Strategie ihres Unternehmens. So hat dieses zunächst klare Twitter-Policies aufgesetzt, um sich anschließend die Freigabeprozesse für einzelne Tweets zu ersparen. Der Twitter-Channel wird von drei Mitarbeitern mit Inhalten gefüllt, die ihre Beiträge mit Kürzeln kennzeichnen.
Einen anderen Weg präsentierte Olav Waschkies, Director Strategic Marketing & Mobile Internet bei Pixelpark, dessen Unternehmen den Twitter-Kanal für die Deutsche Lufthansa betreibt. Hier unterliegt jeder Tweet einem Freigabeprozess, und Twitter wird als zusätzlicher Werbekanal, nicht als Dialogwerkzeug eingesetzt. Kritik an dieser Strategie begegnete Waschkies mit dem Argument: „Wenn Sie Content haben, folgen Ihnen die Menschen.“
Twittert besser das Unternehmen oder eine Person?
Zu dieser Frage gab es unterschiedliche Standpunkte: Einerseits wirkt die Kommunikation persönlicher, wenn ein Autor klar erkennbar ist. Andererseits besteht bei einem ausschließlich personenbezogenen Channel die Gefahr, dass mit dem Autor beim Jobwechsel auch die Follower dem Unternehmen verloren gehen. „Unternehmen sollten persönlich, aber nicht privat twittern“, lautete eine Empfehlung von Twitter-Expertin Nicole Simon.
Gleichzeitig verwies sie auf die Bedeutung einer aussagekräftigen Profilbeschreibung: Nur wenn die potenziellen Follower wissen, was sie inhaltlich im Channel erwartet, bindet man diese langfristig. Daher spricht sie sich auch bei größeren Unternehmen für mehrere, themenspezifische Twitter-Channel aus. „Zielgruppe für twitternde Unternehmen sind Multiplikatoren“, so Simon. Ein weiterer wichtiger Tipp von Simon: Damit Tweets leicht weiterverbreitet werden können, empfiehlt sie eine maximal Nachrichtenlänge von 120 Zeichen. Als hilfreiche Werkzeuge zur professionellen Twitter-Redaktion nannten die Experten HootSuite, Tweetdeck, Seesmic, TwitZap, TweetFunnel sowie CoTweet.
Wie bekomme ich Follower?
Einigkeit herrschte unter den Experten, dass die Twitter-Links auf die Homepage, in den E-Mail-Footer und unter Pressemitteilungen der Unternehmen gehören. Apropos: Zurzeit gehören twitternde Unternehmen noch zu den „Early Adopters“, sodass sich auch eine Mitteilung darüber lohnen kann. Und vice versa sollten die Kernaussagen von Pressemitteilungen auch über den Twitter-Feed verbreitet werden. „Twitter schafft Pseudointimität wie kein anderer Webdienst“, erklärte Thomas Knüwer und unterstrich damit die Bedeutung des neuen Kommunikationskanals.
Auf die Frage nach den messbaren Erfolgsfaktoren verwiesen die Referenten auf mehrere Komponenten: Der Traffic auf der Webseite lässt sich durch die Nutzung eigener Landingpages für Twitter gut messen, ebenso wie durch Linkverkürzer mit Statistikfunktionen wie bit.ly. Zudem ist die absolute Zahl der Follower ein Indiz für den Erfolg; hinzu kommen die Re-Tweets, über die Follower der 2. Stufe erreicht werden. Inwieweit sich ein Zusammenhang zwischen Umsatzveränderungen durch Twitter messen lässt, bestanden Zweifel. Allerdings übersteigt die Reichweite von Twitter den Kommunikationskanal selbst: Nicole Simon erklärte, dass Tweets beispielsweise in Foren oder Blogs zitiert werden, was wiederum die Reichweite erhöht.
Insgesamt ist die Veranstaltung von Referenten wie Besuchern als sehr gelungen empfunden worden, wie die mitlaufende Twitterwall dokumentierte. Arbeitskreisleiter Dr. Torsten Schwarz plant für den 7. Dezember eine Sitzung in Frankfurt, bei der sechs Unternehmen über ihre Twitter-Erfahrungen berichten sollen. Das ausführliche Protokoll steht in Kürze im AK-Bereich zum kostenlosen Download bereit.
Die Twitter-Channel der Experten
sowie den Twitter-Channel von eco.
Wie zufrieden waren Sie mit der Veranstaltung? Haben Sie vielleicht Tipps und Anmerkungen für uns? Wir würden uns über Ihr Feedback in unserer Kurzumfrage sehr freuen!