98 Prozent der gemeldeten Internet-Kinderpornos sind nach einer Woche abgeschaltet

Erfolgsbilanz 2009-2010 der eco Internet-Beschwerdestelle

Löschen statt Sperren funktioniert: Die schnelle Entfernung kinderpornographischer Netzinhalte gelingt immer effizienter. Von den 197 Websites, die im ersten Halbjahr 2010 an die eco Internet-Beschwerdestelle gemeldet wurden,  konnten 194 binnen einer Woche abgeschaltet werden. Darstellungen, die auf deutschen Servern gehostet wurden, waren dabei regelmäßig binnen eines Werktages offline. Die Löschung von Websites auf ausländischen Servern funktioniert ebenfalls wesentlich schneller als noch im Sommer 2009. Der Grund: Seit November 2009 etablieren immer mehr nationale Beschwerdestellen weltweit das erfolgreiche „Notice and Takedown“-Löschverfahren.

98 Prozent der gemeldeten Internet-Kinderpornos sind nach einer Woche abgeschaltet

Die Beseitigung von Kinderpornos im Internet gelingt immer besser – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit: Die nationalen Internet-Beschwerdestellen, die im internationalen Netzwerk INHOPE organisiert sind, setzen verstärkt auf das in Deutschland bewährte Verfahren „Notice and Takedown“. Hierbei informieren die Beschwerdestellen bei illegalen Inhalten nicht nur die Polizei, sondern zudem direkt den hostenden Provider. Dieser entfernt dann das beanstandete Material und sichert Beweise für die Strafverfolgung. Im Jahr 2010 gingen bis heute 20 Mal Beschwerden über kinderpornographische Internet-Inhalte, die im Ausland gehostet wurden, bei der eco Internet-Beschwerdestelle ein. 17 davon konnten per Notice and Takedown binnen einer Woche aus dem Netz entfernt worden, die verbleibenden drei Seiten wurden später gelöscht.

Die schnelle Beseitigung von Inhalten auf ausländischen Servern gelingt somit wesentlich besser als noch im Vorjahr. Im Sommer 2009 meldete die eco Internet-Beschwerdestelle insgesamt 110 kinderpornographische Websites an die Partnerhotlines im Ausland oder direkt an ausländische Provider, wenn es im betreffenden Land keine INHOPE-Hotline gab. Hiervon wurden nur 31 Prozent binnen einer Woche abgeschaltet.

Als Ursache stellte sich heraus, dass mehrere Hotlines nur die Strafverfolgungsbehörden einschalteten, aber nicht den hostenden Provider informierten. Wegen der daraus folgenden Verzögerungen setzte sich die Europäische Kommission für Verbesserungen ein: Im November 2009 forderte sie die nationalen Hotlines über den Dachverband INHOPE auf, die Löschgeschwindigkeit statistisch zu erfassen und zu prüfen, ob Notice and Takedown mit den jeweiligen nationalen Gesetzen vereinbar ist. Ab September 2010 erhalten zudem nur solche Hotlines finanzielle Förderung von der EU, die Notice and Takedown anwenden, sofern dieses Verfahren nicht durch nationale Gesetze ausgeschlossen ist. eco-Vorstand Oliver Süme begrüßt die Angleichung der Vorgehensweisen: „Die Löschung von Kinderpornographie gelingt dadurch immer schneller und besser. Durch internationale Kooperation und das Lernen voneinander arbeiten wir sehr viel effizienter, als dies mit nationalen Insellösungen möglich wäre. So schnell, wie wir löschen, kann man gar nicht sperren."

Weitere aktuelle Staistiken und Informationen zur eco Internet-Beschwerdestelle finden sich unter /wordpress/wp-content/blogs.dir/Praesentation_Internet-Beschwerdestelle_2010.pdf .