„Wir schauen auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück"

Der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa konnte im vergangenen Jahr eine Menge bewegen. Als Steuermann gibt eco Geschäftsführer Harald A. Summa nicht nur den Kurs vor, er setzt auch die konkreten Ziele und kontrolliert die Erfolge. Im Interview zieht er Bilanz, gibt einen Ausblick auf die Verbandsarbeit im neuen Jahr und formuliert seinen persönlichen Wunsch für 2017.

Herr Summa, mit welchen Gedanken und Gefühlen schauen Sie zurück auf das Jahr 2016?

Grundsätzlich schauen wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Es war ja im Grunde genommen das Jahr unseres 20-jährigen Bestehens und im Sommer sind wir in unser 21. Jahr gestartet.
Wenn wir uns die einzelnen Dinge anschauen, haben wir viel geleistet: in der Politik, aber auch im Bereich der Kompetenzgruppen. Und überhaupt – die inhaltliche Arbeit war 2016 noch einmal deutlich stärker als im Jahr davor.

Was waren die großen Themen des Jahres? Und was war neu?

Wir haben versucht, größere Zielgruppen mit unseren Themen zu gewinnen. Dafür haben wir auch externe Unternehmen, die den Zugang zu einer breiteren Interessentenschaft haben, gesucht und gefunden. Ein Beispiel sind die Internet Security Days, wo wir gemeinsam mit dem Heise Verlag eine hervorragende Veranstaltung organisieren konnten, die mit rund 600 Teilnehmern an zwei Tagen nicht nur vom Inhalt, sondern auch von der Teilnehmerschaft sehr interessant war.

Welches waren die Highlights für den Verband?

Ganz klar haben wir auf der politischen Seite die einmalige Gelegenheit gehabt, gleich drei Bundesminister zur Digitalen Agenda in einer gemeinschaftlichen Konferenz zu haben: die Herren Sigmar Gabriel, Thomas de Maizière und Alexander Dobrindt. Die vor der Wahl getroffenen Aussagen zur Digitalen Agenda werden wir nutzen, um anschließend der Politik auf den Zahn zu fühlen – was davon denn nach zwei Jahren und nach dem Ende der Legislaturperiode übrig bleibt, beziehungsweise welche Ziele sich daraus für den Wahlkampf und die Parteien und einzelnen Damen und Herren ergeben werden.

Welche Themen werden den eco Verband im kommenden Jahr beschäftigen?

Auf der übergreifenden Basis des Vereins wird auch das Thema Digitalisierung bei uns im Vordergrund stehen. Die Digitalisierung, wie sie letztendlich auch durch das Internet beschleunigt wird, greift ein in alle Bereiche unseres täglichen Berufs- und Privatlebens. Die Veränderungen, die sich dort abzeichnen, sind doch sehr stark zu spüren und bedürfen weiterer Diskussion, zum Beispiel das Thema New Work: Wie verändert sich die Arbeitswelt in einer digitalisierten Welt?

Aber auch neue Themen stehen bei uns an. Wir werden uns verstärkt mit der Frage befassen: Wie werden zum Beispiel Technologien wie Blockchain – also Technologien aus dem Fintech-Bereich – in unsere Industrie und Verwaltungslandschaft einziehen? Eine sehr spannende Angelegenheit, wo wir gerade im Dezember noch die Gründung der Kompetenzgruppe hinter uns bringen konnten. Wir haben für 2017 bereits ein Programm, das dieses Thema deutlich in den Vordergrund stellt.

Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf?

Die derzeitige Regierung hat die Digitale Agenda ja schon vor einigen Jahren aufgelegt. Wir prüfen laufend nach, ob das, was da als Plan stand, auch realisiert worden ist. Und besonders spannend wird natürlich sein, wie sich die Parteien in einer weiteren Legislaturperiode grundsätzlich zu dem Thema Internet, Digitalisierung stellen.

Das wird vor allem deshalb sehr spannend werden, weil wir festgestellt haben, dass die Politik in den vergangenen zwei Jahren doch viel aufgeholt hat. Sie hat zwar noch bei Weitem nicht alle Probleme gelöst, aber wir haben festgestellt, dass die Bedeutung der Digitalisierung sich in den Arbeiten der Ministerien niederschlägt. Wir sind sehr gespannt, wie man sich zu diesem Thema im Wahlkampf 2017 aufstellen wird.

Wie sehen die großen Ziele des Verbandes aus?

Wir sind zum einen glücklich, dass wir seit Mitte des Jahres mit Alexander Rabe einen neuen Mitarbeiter für das Büro in Berlin haben. Wir sehen, dass wir auch an anderer Stelle durch neue Ideen im Bereich der Kompetenzgruppen einiges zum Guten verändern konnten. Und insgesamt sind wir sehr kritisch und versuchen, auf der Höhe der Zeit zu bleiben, was die Inhalte der Arbeit im eco angeht.

Welche Highlights und welche Veranstaltungen erwarten uns 2017?

Die derzeitige Planung sieht mehrere Veranstaltungen im politischen Bereich vor. Insbesondere das Politikbarometer. Das sind wir noch nicht ganz genau in der Terminierung, wann wir dort zusammen mit der Politik eine Veranstaltung machen werden.

Ein Highlight werden sicherlich die Internet Security Days sein, an denen wir arbeiten und einen Kongress mit noch mehr Teilnehmer zusammenbekommen wollen. Wir sind inhaltlich sehr stark engagiert bei den World Hosting Days, wo wir einen sehr großen Anteil an der inhaltlichen Gestaltung des Kongressprogrammes haben.

Darüber hinaus sind es rund 100 Veranstaltungen im Kleinen, wo wir die Mitglieder zusammenbringen, damit sie über ihre Probleme und ihre Problemkreise diskutieren und das Internet voranbringen können.

Was können die Mitglieder 2017 vom eco erwarten?

Wir haben es geschafft, die von mir vorgegebene Messlatte von 1.000 Mitgliedern zu knacken. Das ist erst mal eine großartige Leistung. Mit 1.000 Mitgliedern gehören wir zu den wirklich großen Verbänden, insbesondere in der Telekommunikationslandschaft.

Was können die Mitglieder erwarten? Zum Beispiel, dass sie Informationen bekommen, die absolut up to date sind, außerdem unsere Services. Sie können erwarten, dass auch unsere ausländischen Mitglieder über die Strukturen und Entwicklungen hier in Deutschland auf dem Laufenden gehalten werden. Und sie können auch erwarten, dass sie noch weitere neue Mitglieder im Verband begrüßen werden. Wir wollen weiter wachsen und müssen einmal schauen, wo wir Ende 2017 landen werden.

Wofür wird der Verband 2017 seine Budgets schwerpunktmäßig nutzen?

Wir wollen 2017 verstärkt inhaltlich arbeiten. Wir wollen in Studien, in inhaltliche Forschung, in Meinungsfindung investieren. Bei den großen Veranstaltungen werden wir etwas zurückfahren, um mehr Geld für die inhaltliche Arbeit zur Verfügung zu haben. Dafür werden wir uns auch personell verstärken. So sind noch Planstellen bei uns zu besetzen.

Was sind Ihre Hoffnungen und Wünsche für das Jahr 2017?

Die nächsten zwölf Monate werden schon dadurch gekennzeichnet sein, dass sich die Welt insgesamt politisch verändern wird. Wir werden sicherlich die Folgen des Brexit zu spüren bekommen, wir werden eine Präsidentschaft von Herrn Trump erleben, und wir gehen davon aus, dass all das auch Einfluss auf die digitale Entwicklung hat.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann natürlich noch mehr zufriedene Mitglieder. Wir arbeiten an einer Kooperation mit einem US-amerikanischen Verband, um hier auch die Brücken schlagen zu können. Die USA werden sich verändern, die Rahmenbedingungen werden anders sein, als sie derzeit sind. Und da wollen wir durch die Zusammenarbeit mit einem US-amerikanischen Verband unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, einen Erfahrungsaustausch und Informationsaustausch über den großen Teich zu bekommen.