Am 10. und 11. November fand in der Messe Frankfurt parallel zur Data Centre World die erste Cloud Expo Europe Frankfurt statt. Der Ableger der nach Angaben des Veranstalters weltweit größten, unabhängigen Cloud-Veranstaltung Cloud Expo Europe in London ist der Nachfolger der Kongressmesse „Powering the Cloud“.EuroCloud Deutschland war neben einem eigenen Stand als Partner an der Programmgestaltung beteiligt: Der Verband organisierte vier hochkarätig besetzte Diskussionsrunden und hielt einen Vortrag.
Im ersten Panel „Leben mit der Entscheidung – Projektmarketing als Schlüssel für eine Akzeptanz Ihrer Cloud Services“ diskutierten Nils Schmidt, Jörg Mecke (beide Fritz&Macziol), Mike Hahm, Arnulf Roth (beide Konica Minolta) und Andreas Weiss; Direktor EuroCloud Deutschland, über die besondere Bedeutung der kommunikativen Einbindung der relevanten Stakeholder für den erfolgreichen Abschluss eines Projektes zur Implementierung eines Cloud Services im Unternehmen. Da die Einführung eines Cloud-Dienstes meist nicht nur einen technologischen Wechsel bedeutet, sondern auch Auswirkungen auf die organisatorischen Prozesse haben kann, gilt es, frühzeitig geeignete Instrumente des Projekt- und Changemanagements einzusetzen. Eine Übersicht hierzu findet sich im „Leitfaden Cloud-Projektmarketing“ von EuroCloud, der im Rahmen der Messe erstmals vorgestellt wurde.
Im Anschluss moderierte Andreas Weiss eine Podiumsdiskussion zum Thema „Cloud-Marktplätze – Wo ist der Mehrwert für Kunden und Anbieter?“. Teilnehmer waren Maximilian Ahrens, Deutsche Börse Cloud Exchange, Said Zahedani, Hewlett-Packard, Dr. Werner G. Grum, Cloud & Business Transformation – Consulting und Frank Schreiber, Ingram Micro. Aus Sicht der Anbieter stellen Marktplätze einen in der Regel kostengünstigen zusätzlichen Vertriebskanal dar, der ihnen den Zugang zu neuen Kundengruppen gewährt. Auf der anderen Seite ermöglichen sie es dem potenziellen Kunden, eine schnelle Übersicht der für sie relevanten Cloud Services zu erhalten und durch Filter, wie beispielsweise Zertifizierungen, die für ihren Qualitäts- und Leistungsanspruch passende Lösung zu finden.
Am 12.10. diskutierten John Fitzgerald, Leiter EuroCloud Kompetenzgruppe Open Cloud, Andreas Jaeger, SUSE, und Matthias Pfützner, Red Hat, über „Pro und Contra für Open-Source-Cloud-Lösungen“. Das Open-Source-Lösungen längst kein Nischendasein mehr fristen müssen, zeigt sich in dem enormen Erfolg von beispielsweise Open Stack, das sich inzwischen als Cloud-OS fest etabliert hat. Dies führt dazu, dass es neben den traditionell großen Communities inzwischen eine Vielzahl von Anbietern für professionellen Support gibt.
Unter der Leitung von Andreas Weiss sprachen Marius Vöhringer, Capgemini, und Rüdiger Giebichenstein, WTS Group, über „Cloud Compliance und Sicherheit – Die gemeinsame Verantwortung von CSP und Kunde“. Was sind die Kernfragen aus Kundensicht und wie können Anforderungen an Sicherheit und Compliance durch die Anbieter angemessen dargestellt werden?
Großer Beliebtheit erfreute sich auch der Vortrag „Trusted Cloud – Compliance Check to be awarded” von Andreas Weiss. Das Trusted Cloud Projekt für sichere Cloud Dienste wurde von 2012 bis 2015 vom BMWi gefördert. In der Weiterführung wurde entschieden, ein spezielles Portal zur Bereitstellung von Orientierungswissen und Listung von Cloud-Diensten und weiteren Beteiligten in der Cloud-Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Hierzu wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der zunächst als Eingangsvoraussetzung für die Listung unter der Marke Trusted Cloud auf dem Portal anzuwenden ist. Der offizielle Start des Portals erfolgt zur CeBIT 2016 mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit unter der Schirmherrschaft des BMWi.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Cloud Expo Europe Frankfurt das Potenzial hat, sich als feste Größe im Terminkalender der Cloud-Industrie zu etablieren. Die räumliche und organisatorische Nähe zur Data Centre World führte zu einigen interessanten Gesprächen und erlaubte den ein oder anderen Blick über den Tellerrand hinaus.


