„Ohne Internet gibt es keine Smart City“

Konzepte für Smart Cities sollen helfen, die Probleme immer weiter wachsender Städte zu lösen. Dabei kommt dem Internet – speziell dem Internet der Dinge – eine Schlüsselrolle zu. Warum das so ist und welche Potenziale die Smart City für die Wirtschaft in sich trägt, erläutert eco Geschäftsführer Harald A. Summa im Kurzinterview.

Herr Summa, warum braucht es überhaupt Smart Cities?

Städte sind der Kern des urbanen Lebens. Wenn wir auf den Globus schauen, sehen wir viele Städte – und wir erkennen gleich das Problem, das dahintersteckt: Städte wachsen, werden immer größer. Damit einher gehen Verkehrschaos, steigende Energie- und Personalkosten und ineffiziente Ressourcenallokation. In einer Smart City zielen neue Konzepte darauf ab, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten.

Wieso ist die Smart City ein Thema für die Internetwirtschaft?

Ganz einfach: Ohne Internet gibt es keine Smart City. Das Internet ist eine Basistechnologie – inzwischen übrigens für eine ganze Reihe von Branchen –, die den Informationsaustausch und die Auswertungen von Daten erst möglich macht. Diese können dabei helfen, die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Haben Sie dafür Beispiele?

Selbstverständlich. Das „Internet of Things“ wird uns in der Smart City durch die Analyse von Daten staufreie Wege aufzeigen, Ampeln intelligenter schalten, den nächsten freien Parkplatz ausweisen oder uns zum nächstgelegenen Carsharing-Angebot leiten. Und das Thema Mobilität ist nur ein Bestandteil der Smart City.

Und funktioniert das bereits in der Praxis?

Ein gutes Beispiel ist für mich Dubai, das im Ranking der Smart Cities einen Spitzenplatz einnimmt. Vor Ort kann man sehr gut erkennen, wie Investitionen in die Smart City unmittelbar zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen. Durch gezielte Maßnahmen ist es gelungen, die im Stau verbrachte Zeit pro Einwohner erheblich zu reduzieren. So werden durchschnittlich zwölf Stunden pro Einwohner und Jahr für schönere Tätigkeiten frei.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Perspektive der Smart City?

Sie bietet Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen ein enormes Wachstumspotenzial. Unsere gemeinsam mit Arthur D. Little durchgeführte Studie prognostiziert ein jährliches Wachstum des Marktes von über 16 Prozent. Im Jahr 2022 sollte ein Volumen von immerhin 43,8 Milliarden Euro erreicht werden.