08.05.2020

Digitale Souveränität – Europaweite Unabhänigkeit in der Infrastruktur

Köln, 31. März 2020 – Unter der Leitung von Oliver Dehning, Hornetsecurity GmbH, trafen sich virtuell 72 Experten aus dem Bereich IT-Security zur konstruktiven Diskussion und Impulsen aus fünf Vorträgen zur Thematik Digitale Souveränität. Nach der Begrüßung erwartete die Teilnehmer ein breit gefächertes Angebot von insgesamt fünf Impulsvorträgen mit jeweils einer vorgelagerten Kurzumfrage.

Die Bedeutung der Thematik wurde zudem in den aktuellen Kontext der Corona Pandemie gestellt. So glauben 100% (32 Teilnehmer einer Kurzumfrage, bei 72 Teilnehmern entspricht dies 44,45%), dass die Corona Pandemie ein Treiber der Digitalen Souveränität ist und die Bedeutung von digitalen Infrastrukturen in Deutschland durch die aktuelle Corna-Krise gestiegen ist. „Sichere und verlässliche digitale Infrastrukturen in Europa, wie beispielsweise Rechenzentren und Cloud-Dienste, sind die Grundvoraussetzung für digitale Souveränität“, sagte Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland und CEO Telehouse Deutschland GmbH/ KDDI, in seinem Vortrag. Aktuell würden jedoch lediglich 4 Prozent aller weltweit verfügbaren Daten in der EU gehostet, so Waldhauser weiter.

Entsprechend forderten die Teilnehmer, offene Standards und den Ausbau europäischer IT-Anbieter am Markt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie hoch die Digitale Souveränität in Deutschland und Europa ist, wo Abhängigkeiten bestehen und was die Internetwirtschaft leisten kann, um diese abzubauen. Zu diesem Zweck wurde im Vorfeld eine Umfrage unter 500 IT-Experten durchgeführt. Diese finden Sie unter: https://www.eco.de/presse/digitale-souveraenitaet-it-experten-sehen-starke-abhaengigkeiten/.

Die selben Fragen die den IT-Experten gestellt wurden, sind auch auch den Teilnehmern in zwei weiteren Kurzumfragen am Ende der digitalen Veranstaltung gestellt worden. Demnach fehlen oder sind Lösungen und Angeboten zur stärkung der digitalen Souveränität auszubauen.  Das Ergebnis war klar: 25 Teilnehmer sagten, es sei wichtig offene Standards für einen besseren Datenaustausch zu haben. Gefolgt wurde das Ergebnis von dem Wunsch des Ausbaus offener Standards und forderten mehr europäische IT-Anbieter am Markt mit 24 Teilnehmerstimmen. Weiter in der Auswertung, wollten jeweils 14 Teilnhehmer, bevorzugt mehr Rechenzentrumsleistung und Schnittstellen (APIs) für Software-Verknüpfungen (N=37; bei 72 Teilnehmern entspricht dies 51,39%).

Bezugnehmend auf den Vortrag „Digitale Souveränität – durch Offenheit aus der Abhängigkeit!“ von Herrn Holger Dyroff, Vorstand der OSB (Open Source Business) Alliance – Bundesverband für Digitale Souveränität e. V. und Geschäftsführer ownCloud GmbH, so wörtlich: „Offene Standards und Interoperabilität sind der Schlüssel“. Die vor seinem Impulsvortrag gehaltene Kurzumfrage beschäftigte sich mit der Frage, ob Open-Source-Lösungen zur Steigerung der Digitalen Souveränität beitragen. Hier waren sich die Teilnehmer uneins, 16 Teilneher waren für die Antwortmöglichkeit „Teils-Teils“ und 15 Teilnehmer sprachen sich für „Ja“ aus. Lediglich zwei Teilnehmer waren hier nicht der Ansicht und stimmten für „Nein“ (N=33; bei 72 Teilnehmern entspricht dies 45,83%).

Weiter in den Kurzumfragen, vor den jeweiligen Impulsvorträgen wurde gefragt, ob die Gesetzestebung von den Teilnehmern als „Hemmschuh“, „Förderer“ oder „Teils-Teils“ angesehen wird. Insgesamt gaben 42 Teilnehmer die Rückmeldung. Die höchste Anzahl an Rückmeldungen, bei dieser Kurzumfrage, waren 33 Teilnehmer  welche sich für „Teils-Teils“ aussprachen, lediglich sechs der Teilnehmer waren der Meinung, die Gesetzesgebung sei ein „Förderer“ und drei Teilnehmer sagten die Gesetzesgebung sei ein „Hemmschuh“(N=42; bei 72 Teilnehmern entspricht dies 58,34%). Dies war die Kurzumfrage vor Herrn Dr. Kipkers Vortrag, dieser umriss die wesentlichen Cyber-Sicherheitsstrategien auf nationaler und europäischer Ebene, sowie die Gesetzesgebungen IT-Sicherheitsgesetz, IT-Sicherheitsgesetz 2.0, EU Cybersecurity Act (CSA) und weitere, in Bezug auf die Digitale Souveränität. In seinem Vortrag forderte er, so wörtlich: „Digitale Souveränität: Nicht nur Datenschutz, sondern auch verbraucherbezogene IT-Sicherheit[…]“

Mit Bezug auf die EU Datenstrategie werden abgestimmte eco Systeme für Infrastruktur- und Datendienste etabliert, um den Anwendern eine große Auswahl an GAIA-X konformen Diensten, nach einheitlichen Standards bereitzustellen, dies wurde in dem Vortrag von Herrn Christian Banse, Fraunhofer AISEC (Head of Department „Service & Application Security) klar. Weiter führte er die Ziele die sich bei GAIA-X ergeben aus, Europäsche Wertschöpfung und eine Europäische Datensicherheit waren hier zwei gennate Ziele. In der zuvor gestellten Kurzumfrage wurde ermittelt,  wie wichtig der Standortfaktor für die Auswahl einer Cloud-Lösung sei. Hier gaben 38 Teilnehmer eine klare Rückmeldung. Für „eher wichtig“ hielten dies 39% und für „sehr wichtig“ erachteten 50% den Standortfaktor bei der Auswahl von Cloud-Lösungen. So sind insgesamt 89% der Teilnehmer (N=38; bei 72 Teilnehmern entspricht dies 52,78%) der Meinung, der Standortfaktor ist eher Wichtig bis hin zu sehr Wichtig zu erachten. Ledigiglich 11% fanden es weniger bis garnicht wichtig. Hier führte Herr Christian Banse weiter aus, dass die Teilnehmer sich schon Gedanken dazu machen, wo denn die jeweiligen Daten hin gehen. Er befürwortete das Ergebnis und wies mit drei weitere Punkten darauf hin, warum wir eine Europäische Dateninfrastruktur benötigen. Ein Punkt war der Public Cloud Massenmarkt („Full Stack“), dieser liegt fest in Amerikanischer Hand mit den Big Playern AWS (34,9 Mrd.), Azure (16,3Mrd.) und Google (6,7Mrd.).

Auch Phillip Ehmann (Referent Internetrecht und Telemedienregulierung, eco e.V.) und Impulsvortraggeber, gab eine Definitonsfindung und versuchte sich der Digitalen Souveränität zu nähern und ging in seinem Vortrag auf die Aspekte und Dimensionen der Digitalen Souveränität ein. Es gibt nach Aussage, eine vielzahl an Definitionen, diese beschreiben die Herausforderung bei dem Verständis darüber, wer oder was bei der Digitalen Souveränität gefordert ist. So kann es nach der Definition einer Studie „Digitales Deutschland, 2013“ der jeweils einzelne Bürger sein oder aber nach der Defintion der Digitalen Souveränität des Digitalgipfels, 2015 etwas sein, bei dem tatsächlich pro aktives Handeln gefragt ist.

Wie bereits Herr Holger Dyroff in seinem Vortrag berichtete, gab es im Jahre 2019 beim Digitalgipfel einen entscheidenden Erfolg, der klar festgehalten wurde: „Digitale Souveränität ist die Vorraussetzung für unabhänigiges staatliches und wirtschaftliches Handeln.“ Der Wunsch sei hier, unabhängigen Agieren zu können, gerade auch in Hinblick auf die Datensouveränität. Dies folgt auch der These des Kompetzengruppenleiters Oliver Dehning, Gründer der Hornet Security und Kompetenzgruppenleiter Sicherheit, dieser erstellt die These, dass Digitale Identitäten abhängig von der Digitalen Souveränität sind.

Dieser These wird im Monat der digitalen Identiäten (Juni 2020 – 03.06. & 10.06. & 17.06. & 24.06.2020) im eco nachgegangen und jeder Interessierte ist hier herzlichst eingeladen. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.eco.de/events/

DigitaleSouveränität_Auswertung

Digitale Souveränität - durch Offenheit aus der Abhängigkeit! 1