04.09.2020

„Industrie 4.0 ist ein Paradigmenwechsel in der industriellen Produktion“

Am 15. September überträgt eco ein Experten-Panel live aus dem Huawei OpenLab: Welche Chancen und Perspektiven bietet das industrial Internet of Things (iIoT)? Wohin die Reise geht, das erläutert PD Dr. Fred Jopp, Head of Industrial Project Management USU Software AG, hier im Interview:

Herr Dr. Jopp, am 15.9. werden Sie über Industrie 4.0 sprechen. Was steckt dahinter?

Nach der dritten industriellen Umwälzung, durch den Einsatz von Computern, bezieht sich der Begriff Industrie 4.0 auf die Vernetzung und vollständige Digitalisierung der industriellen Produktion. Der Begriff hat größtmögliche Relevanz: Die gesamte industrielle Produktion wird auf ein komplett anderes Wertschöpfungsniveau gehoben. Maßgeblich sind jedoch die gesellschaftlichen Implikationen, da die Art und die Ausprägung der Lohnarbeit sich damit einhergehend wesentlich verändert. Industrie 4.0 ist ein Paradigmenwechsel in der industriellen Produktion.

Was wird mit der zunehmenden Vernetzung im iIoT möglich?

Der Begriff steht für eine vollständige Vernetzung innerhalb der cyberphysischen Systeme. iIoT bildet das Backbone der Industrie 4.0. Die Performance im Bereich Industrie 4.0 und KI (Künstlicher Intelligenz) ist zurzeit noch überschaubar. Dabei gibt es bereits vielversprechende Ansätze. Mit der Realisierung des iIoT wird sich das radikal ändern. Durch iIoT wird die höchste Stufe der KI erreichbar,  die vollständige Autarkie und Selbstorganisation ermöglicht. Zukünftig können Maschinen, Anlagen und Produktlager miteinander kommunizieren. Diese „Cyberkommunikation“ transparent, nachvollziehbar und für den Menschen an jeder wünschenswerten Stelle kontrollierbar zu halten, das wird ein neuer, zukünftiger Berufszweig werden – mit erheblicher volkswirtschaftlicher Relevanz in der Industrie 4.0-Produktion.

Wie wird Künstliche Intelligenz (KI) letztlich den Mittelstand verändern?

Der Mittelstand kämpft zurzeit mit Fachkräftemangel, internationaler Konkurrenz vor allem dem Digitalisierungsdruck. Mehr als 85 Prozent der bundesrepublikanischen Unternehmen sind in Klein- und Kleinstformen von bis zu neun MitarbeiterInnen organisiert und haben keinen eigenen Digitalisierungsbeauftragten. Dieser Lack-of-Knowledge ist grade beim Zukunftsthema KI kritisch. Plattformen werden relevanter, die den KMUs KI-Tools für unterschiedliche Use Cases zur Verfügung stellen – etwa um ihre Produktion zu optimieren. Hilfestellung bei der Digitalisierung der KMUs erwarte ich dabei von den Handelskammern, mit denen wir etwa in unserem Leuchtturmprojekt Service-Meister zusammenarbeiten.

Herr Dr. Jopp, vielen Dank für das Interview.

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