22.09.2021

Interview mit Martin Kumstel: Mobilität nachhaltiger und kundenfreundlicher gestalten

Wenn Internet und Mobilität zusammenwachsen, entstehen neue Synergien und Geschäftskonzepte. In der Kompetenzgruppe (KG) Mobility im eco Verband werden Branchenexperten zukünftig Chancen und Herausforderungen beleuchten, sagt der neue KG Leiter Martin Kumstel von Uber im Interview.

Herr Kumstel, warum braucht es eine Kompetenzgruppe Mobility?

Mobilität wird immer digitaler, selbst klassische Mobilitätsunternehmen haben das erkannt und investieren entsprechend. Der Trend hat die ganze Branche erfasst. Daraus entstehen zahlreiche Themenkomplexe und Fragestellungen. Zugleich fehlen geeignete Räume, die Herausforderungen branchenintern zu diskutieren und gemeinsam anzugehen. Das wollen wir mit der eco KG Mobility ändern. Wir wollen ein Internet-basiertes Mobilitäts-Ökosystem gestalten. Dafür bietet uns eco die besten Startbedingungen, denn viele eco Mitgliedsunternehmen haben das nötige Know-how und bringen ein hohes Interesse mit, sich auszutauschen. Zugleich entsteht eine Sogwirkung für neue Mitglieder, sich zu beteiligen.

Wie profitieren die Unternehmen vom Austausch hinsichtlich digitaler Mobilität?

Stellen Sie sich in einer beliebigen Großstadt an eine Straßenecke und schauen Sie sich um: Die Zahl der Mobilitätsangebote wächst und wird immer vielseitiger. Car-Sharing, Bike-Sharing, E-Roller und dazu der ÖPNV. Die einzelnen Anbieter agieren noch sehr eigenständig, einige haben schon begonnen, integrierte Angebote für Kunden zu schaffen. Multimodale Reiseketten, sprich Mobilitätsangebote über die Anbieter hinweg, lassen sich nur kooperativ schaffen. Das gelingt noch zu selten. Die Unternehmen erfahren in der KG-Arbeit: Wie lassen sich unterschiedliche Angebote verzahnen und welche Schnittstellen braucht es? Wie kann man Mobilitätsketten zuverlässiger gestalten? Welche technischen Voraussetzungen soll ich mitbringen?

Vom Autoverkehr verstopfte Innenstädte sind also bald Vergangenheit?

Es wird zunehmend attraktivere Angebote geben, als mit dem eigenen Auto in die City zu fahren. Der Trend zur multimodalen Mobilität wird sich nach und nach auf die Stadtrand- und ländlichen Gebiete ausweiten. Wir stehen vor einer Mobilitätswende, die wir auch dringend brauchen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Verbesserte Verkehrsflüsse sparen bis 2030 bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionen im städtischen Pkw-Verkehr, zeigte erst kürzlich eine eco Studie*. Voraussetzung für diese Mobilitätswende sind jedoch leicht buch- und nutzbare nachhaltige Angebote, die wir mit der KG Mobility fördern werden.

Stichwort Mobilitätsdaten, was ist hier geplant?

Mit der Digitalisierung der Mobilität lassen sich sehr viele Daten erheben. IT-Sicherheit und Datenschutz sind daher für uns elementare Themen. Wir wollen auch entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen mitgestalten und suchen das Gespräch mit Verantwortlichen, etwa im Verkehrsministerium. Die verantwortungsvolle Nutzung der Daten ist ein weiteres Thema. Außerdem entstehen zahlreiche Geschäftskonzepte, da sich mit diesen Daten auch Verkehrsströme optimieren oder besondere Mobilitätsbedürfnisse besser identifizieren lassen. Hier bin ich auf lebhafte Diskussionen innerhalb der Kompetenzgruppe gespannt.

Herr Kumstel, vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen und die nächsten Termine unter https://www.eco.de/themen/mobility/

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