14.01.2020

Künstliche Intelligenz: DSGVO birgt zu viele bürokratische Hürden

Im Deutschen Bundestag hat der eco Vorstandsvorsitzende Oliver J. Süme bei der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz zum Thema KI und Datenschutz gesprochen. Im Interview gibt Süme Einblick darüber, was für wirtschaftliche Potenziale das Technologie-Feld bereithält – vorausgesetzt die bürokratischen Hürden verschwinden.

Herr Süme, wo sehen Sie zurzeit die größten bürokratischen Hindernisse im Umgang mit Künstlicher Intelligenz?

Die Schaffung eines einheitlichen europäischen Rechtsrahmens durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) war zwar der richtige Schritt hin zu einer verantwortungsvollen Datenpolitik. Doch deren Umsetzung wirft gerade für Entwickler und Anbieter KI-basierter Systeme noch zahlreiche ungelöste Rechtsfragen und praktische Probleme auf.

Dies betrifft insbesondere die Verarbeitung von KI-Trainingsdaten sowie die Transparenz- und Informationsverpflichtungen bei automatisierten Entscheidungsfindungen. Unternehmen innerhalb der EU erfahren dadurch einen deutlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern.

Was empfehlen Sie stattdessen?

Bürokratische Hemmnisse und Rechtsunsicherheiten im Datenschutz können nur durch einen ganzheitlichen europäischen Ansatz überwunden werden. Die anstehende Evaluierung der DSGVO sollte daher genutzt werden, um einen Rechtsrahmen zu schaffen, der die jetzigen Unsicherheiten beseitigt und zugleich innovationsfreundlich und marktgerecht ist.

Was könnte die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren dann im Bereich KI erwarten?

Vom Großkonzern bis zum Mittelstand hält Künstliche Intelligenz ein Gesamtpotenzial von rund 488 Milliarden Euro bereit. Wird KI flächendeckend eingesetzt, ist bis 2025 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von über 13 Prozent realistisch. Das ergab eine jüngst von eco und unserem Mitgliedsunternehmen Arthur D. Little erstellte Studie, die zusätzlich vom Vodafone Institut unterstützt wurde.

Alle Ergebnisse der Studie werden wir am 21. Januar bei einem Politik- und Presse-Frühstück im eco Hauptstadtbüro vorstellen. Auch über die politischen Herausforderungen und globale Regulierungsfragen, die sich mit dem vermehrten Einsatz von KI-Technologien stellen, wollen wir diskutieren – also nutzen Sie die Chance und seien Sie dabei.

RA Oliver J. Süme 1