- 74 Prozent der Deutschen halten ihre Online-Passwörter für (sehr) sicher
- Gleichzeitig setzen bereits viele auf zusätzliche Schutzmechanismen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung (39 Prozent) oder Passkeys (32 Prozent)
- eco empfiehlt: Passwortlose Verfahren stärken, statt auf immer komplexere Passwörter zu setzen
Köln, 7. Mai 2026 – Die Mehrheit der Deutschen hat Vertrauen in die Sicherheit ihrer eigenen Online-Passwörter. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Das klassische Passwort verliert zunehmend seine Rolle als alleiniger Schutzmechanismus. Das belegt eine aktuelle, bevölkerungsrepräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.
Rund drei Viertel der Befragten (74 Prozent) schätzen ihre Passwortsicherheit als eher oder sehr hoch ein. Nur 19 Prozent bewerten ihre Passwörter als unsicher. Parallel dazu setzen jedoch viele Nutzer:innen längst auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen: Wo es möglich ist, aktivieren 39 Prozent eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, 32 Prozent verwenden passwortlose Verfahren wie Passkeys oder biometrische Logins und 24 Prozent greifen auf Passwort-Manager zurück.
Solange noch Passwörter genutzt werden, rät auch Prof. Norbert Pohlmann, Vorstand IT-Sicherheit im eco Verband unbedingt zu einem Passwort-Manager: „Passwort-Manager schlagen sichere Passwörter vor und stellen diese dann auf unterschiedlichen Geräten verschlüsselt zur Verfügung, Nutzer:innen müssen sich nur noch ein starkes Meta-Passwort merken“.
Zwischen Fortschritt und Gewohnheit
Trotz dieser Entwicklung sind klassische, teils unsichere Verhaltensweisen weiterhin verbreitet. 37 Prozent der Befragten schreiben ihre Passwörter teilweise noch auf, 21 Prozent speichern sie teilweise im Browser und immer noch 18 Prozent nutzen identische Passwörter für mehrere Online-Dienste.
„Das Nebeneinander von immer geeigneteren IT-Sicherheitslösungen und überholten Routinen zeigt, dass wir uns in einer Übergangsphase befinden“, so Prof. Pohlmann. „Das Vertrauen in das eigene Passwort ist hoch, aber in der Praxis verlassen sich viele Nutzer:innen nicht mehr ausschließlich darauf. Wir beobachten einen schrittweisen Übergang hin zu moderneren Authentifizierungsverfahren, die das Passwort zunehmend ergänzen oder ersetzen.“
Besonders deutlich wird der Wandel bei jüngeren Nutzergruppen. In der Gen Z (18–29 Jahre) nutzen bereits 41 Prozent passwortlose Anmeldeverfahren wie Passkeys – deutlich mehr als in älteren Generationen.
Laut Prof. Pohlmann sei es bei der wachsenden Zahl der Online-Accounts ohnehin unrealistisch sich alle seine Passwörter im Kopf zu merken. Zu groß sei die Versuchung, das gleiche Passwort für mehrere Benutzerkonten zu verwenden (laut Umfrage 18 Prozent der Befragten) oder sich die verschiedenen Passwörter womöglich in der Nähe der genutzten Geräte zu notieren. Das reine Passwort-Verfahren bezeichnet Prof. Pohlmann als die unsicherste Möglichkeit, sich zu authentisieren und ein großes Einfallstor für Ransomware-Angriffe.
Größtes Risiko bleibt der Faktor Mensch
Vor dem Hintergrund steigender Rechenleistung und neuer Technologien wie Quantencomputing lassen sich klassische Passwörter immer leichter entschlüsseln. Doch ein zentrales Problem liegt aus Sicht von eco weniger in der technischen Stärke von Passwörtern, sondern im Umgang damit. „In vielen Fällen werden Passwörter nicht ‚gehackt‘, sondern von den Nutzern selbst preisgegeben, weil sie auf Phishing – also dem gezielten Abgreifen von Zugangsdaten durch gefälschte Webseiten oder E-Mails – hereingefallen sind“, so Prof. Pohlmann.
eco empfiehlt Strategiewechsel: Passwortlos statt Passwortwechsel
Tipp 1: Passwortlose Verfahren nutzen
Setzen Sie, wo möglich, auf Passkeys oder biometrische Logins. Diese sind nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler als klassische Passwörter.
Tipp 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
Ein zusätzlicher Faktor erhöht die Sicherheit erheblich und schützt auch dann, wenn Zugangsdaten kompromittiert wurden.
Tipp 3: Phishing erkennen und vermeiden
Achten Sie auf verdächtige E-Mails und Webseiten. Geben Sie Zugangsdaten nur auf vertrauenswürdigen Plattformen ein und prüfen Sie Absender und URLs sorgfältig.
Über die Umfrage
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 28. und 29.04.2026 insgesamt 2.134 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.


