eco
16.01.2026

Dr. Oliver Mauss von NEXOWARE im eco-Interview: Von Einzellösungen zur integrierten Softwarearchitektur

Das neue eco Mitglied NEXOWARE positioniert sich als Softwarepartner für IT-Dienstleister im DACH-Raum und setzt auf eine durchgängig integrierte IT-Prozesslandschaft. Im Interview erläutert CEO Dr. Oliver Mauss, wofür die NEXOWARE Gruppe steht, welche Herausforderungen IT-Dienstleister und Systemhäuser aktuell prägen und welche Rolle integrierte Ansätze wie NEXOWARE Connect dabei spielen. Zudem gibt er Einblicke in den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und ordnet ein, welche Entwicklungen den IT-Dienstleister-Markt in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen werden.

 

NEXOWARE vereint mehrere Software-Spezialisten unter einem Dach und richtet sich klar an IT-Dienstleister. Wie würden Sie beschreiben, wofür NEXOWARE steht und welche inhaltlichen Schwerpunkte Sie setzen?

NEXOWARE steht für die Bündelung spezialisierter Softwarekompetenzen entlang der gesamten IT-Wertschöpfungskette von IT-Dienstleistern. Unser Anspruch ist es, Systemhäusern, MSPs und IT-Dienstleistern eine durchgängig nutzbare Softwarelandschaft bereitzustellen: von kaufmännischen Prozessen über Service- und Ticketmanagement bis hin zu Dokumenten-, Output-Management und Automatisierungslösungen.

Inhaltlich fokussieren wir uns auf drei zentrale Themen: nahtlose Integration, konsequente Automatisierung und den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im operativen Alltag von IT-Dienstleistern. Dabei setzen wir bewusst auf unabhängige, in Europa entwickelte Softwarelösungen, die sich an den realen Anforderungen mittelständischer IT-Dienstleister orientieren.

Viele IT-Dienstleister, unter anderem Systemhäuser, arbeiten mit gewachsenen Tool-Landschaften. Was beobachten Sie im Umgang mit diesen Strukturen besonders häufig?

Wir sehen häufig historisch gewachsene Tool-Landschaften, die aus Einzelentscheidungen entstanden sind. Diese Systeme sind meist nur unzureichend integriert und es fehlen klar definierte, tool-übergreifende Use Cases. Gleichzeitig werden bestehende Legacy-Lösungen sowie veränderte Anforderungen an moderne Geschäftsmodelle oft nicht konsequent weiterentwickelt oder berücksichtigt.

Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche und organisatorische Druck auf IT-Dienstleister: Fachkräftemangel, Margendruck und steigende Kundenerwartungen machen ineffiziente Prozesse immer schwerer tragbar. Viele Unternehmen wissen, dass sie ihre Tool-Landschaft modernisieren müssen, scheuen aber den Integrationsaufwand oder den Austausch bewährter Systeme. Genau an dieser Stelle setzen wir mit NEXOWARE an.

Mit „NEXOWARE Connect“ adressieren Sie die Idee einer durchgängig integrierten Softwarelandschaft. Was bedeutet „nahtlos integriert“ für Sie konkret und woran merken IT-Dienstleister im Alltag den Unterschied?

„Nahtlos integriert“ bedeutet für uns, dass Daten und Prozesse systemübergreifend, bidirektional und entlang realer Use Cases zusammenarbeiten. Konkret heißt das: Einerseits setzen wir auf ein klares API-Konzept, andererseits implementieren wir bewusst tool-übergreifende Use Cases, die sich im Alltag der IT-Dienstleister direkt widerspiegeln.

Da wir die Entwicklung unserer Tools ganzheitlich in der Hand haben, können wir Funktionalitäten von Beginn an aufeinander abstimmen und Integrationen nicht nachträglich „andocken“, sondern konzeptionell mitdenken. Mit NEXOWARE Connect schaffen wir so eine integrierte Softwarelandschaft, bei der keine individuellen Schnittstellenprojekte notwendig sind.

Perspektivisch entwickeln wir dieses Konzept weiter: Ab 2026 planen wir den Umstieg auf eine Software-Bus-Architektur, um noch skalierbarer zu werden und weitere Tools flexibel anbinden zu können. Ergänzend stehen auf der NEXOWARE-Connect-Roadmap unter anderem ein MCP-Client/Server-Konzept sowie Single Sign On, um Integration, Sicherheit und Nutzererlebnis weiter zu verbessern.

Im Alltag merken IT-Dienstleister den Unterschied ganz konkret: Ein Auftrag aus dem eShop wird automatisch im ERP weiterverarbeitet, daraus entsteht ein Ticket, Leistungen werden im Serviceprozess erfasst und fließen direkt in Abrechnung und Dokumentation zurück. Dadurch entfallen manuelle Zwischenschritte, Fehlerquellen werden deutlich reduziert und Prozesse laufen spürbar effizienter.

KI spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Welche Aufgaben im IT-Dienstleister-Umfeld eignen sich aus Ihrer Sicht besonders für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz?

Besonders geeignet sind Aufgaben, die heute stark manuell, repetitiv oder wissensintensiv sind. Dazu zählen unter anderem die automatische Kategorisierung und Priorisierung von Tickets, die Analyse ähnlicher Fälle, Vorschläge für Lösungswege oder die Unterstützung im First-Level-Support. Durch die hohe Komplexität und das hohe Maß an öffentlich verfügbarer Information eignet sich der IT-Bereich hervorragend für den Einsatz von KI.

Darüber hinaus sehen wir großes Potenzial in der Workflow-Automatisierung, der Abrechnungsprüfung sowie in der proaktiven Service-Steuerung. Entscheidend ist für uns, dass KI nicht isoliert eingesetzt wird, sondern direkt in bestehende Prozesse integriert ist.

Welche Entwicklungen im IT-Dienstleister-Markt, insbesondere für Systemhäuser und MSPs, werden aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren den größten Einfluss auf interne Prozesse haben?

In den kommenden Jahren wird der Druck zur Standardisierung und Automatisierung weiter steigen. Managed Services, wiederkehrende Erlösmodelle und hohe Service-Qualität müssen mit begrenzten personellen Ressourcen umgesetzt werden. Der Fachkräftemangel wird ein dauerhaftes Thema bleiben.

Um ihr Geschäftsmodell zu sichern, werden IT-Dienstleister verstärkt auf Automatisierung und KI setzen müssen, um Prozesse zu entlasten und effizienter zu gestalten. Gleichzeitig gewinnt die intelligente Verknüpfung und Auswertung von Daten aus verschiedenen Systemen an Bedeutung. Integrierte Softwarelandschaften und ein hoher Automatisierungsgrad werden damit zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für Systemhäuser und MSPs.

 

Dr. Oliver Mauss von NEXOWARE im eco-Interview: Von Einzellösungen zur integrierten Softwarearchitektur