Kritische Infrastrukturen wie Rechenzentren benötigen Sicherheitskonzepte, die über klassische Bewachung hinausgehen. Im Interview erläutert Georgij Sieloff, Executive Director von PSA Sicherheitsmanagement GmbH, warum physische Sicherheit, geschulte Mitarbeitende und messbare operative Qualität entscheidend für resiliente digitale Infrastrukturen sind. Der Fokus liegt auf spezialisierten Sicherheitslösungen für anspruchsvolle Umfelder, in denen Verlässlichkeit, Reaktionsfähigkeit und Nachvollziehbarkeit besonders wichtig sind.
Kritische Infrastrukturen stehen zunehmend im Fokus von Sicherheits- und Resilienzstrategien. Welche Rolle spielt physische Sicherheit dabei?
Physische Sicherheit ist ein zentraler Bestandteil jeder belastbaren Resilienzstrategie. Gerade in kritischen Infrastrukturen, wie Datacenter- und Corporate-Security-Umfeldern, reicht es nicht aus, allein auf technische Systeme zu setzen. Entscheidend ist, dass Technik, Prozesse und Menschen vor Ort wirksam zusammenspielen. PSA versteht Sicherheit deshalb als operatives Gesamtsystem: Mitarbeitende müssen Situationen richtig bewerten, Meldeketten einhalten und angemessen reagieren können. So entstehen Sicherheitskonzepte, die nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch im Alltag belastbar sind.
Was unterscheidet die Anforderungen technologiegetriebener Unternehmen von klassischen Sicherheitsanforderungen?
Technologiegetriebene Unternehmen erwarten heute keinen klassischen Sicherheitsdienst, sondern einen professionell gesteuerten Sicherheitsbetrieb. Dazu gehören klare Schnittstellen, dokumentierte Abläufe, transparente Eskalationswege und ein belastbares Reporting. Sicherheit wird dabei ähnlich wie ein kritischer Betriebsprozess betrachtet: Sie muss verfügbar, nachvollziehbar und stabil sein. Wir bei PSA legen deshalb großen Wert auf messbare Sicherheitsqualität, etwa durch stabile Besetzung, geringe Ausfallquoten und schnelle Ersatzgestellung. Ein Wert von unter einem Prozent sogenannter Dropped Hours zeigt, dass operative Verlässlichkeit nicht nur behauptet, sondern kontinuierlich nachgewiesen wird.
Technologien wie Drohnenerkennung oder moderner Perimeterschutz gewinnen an Bedeutung. Worauf kommt es bei deren Einsatz besonders an?
Moderne Technologien wie Drohnenerkennung, Sensorik oder Perimeterschutz sind wichtige Bausteine für den Schutz sensibler Standorte. Ihr Nutzen entsteht jedoch erst dann vollständig, wenn klar definiert ist, was nach einer Detektion passiert. Es muss festgelegt sein, wer eine Lage bewertet, wer reagiert, wer informiert wird und wie der Vorfall dokumentiert wird. Wir betrachten solche Technologien daher immer im Zusammenspiel mit geschultem Personal, klaren Prozessen und abgestimmten Meldewegen. Erst dadurch werden technische Sicherheitsmaßnahmen im Ernstfall operativ wirksam.
Welche Bedeutung haben Mitarbeitende in besonders sensiblen Sicherheitsumfeldern wie der kritischen Infrastruktur?
Der Mensch bleibt auch in hoch technologisierten Sicherheitsumfeldern ein entscheidender Qualitätsfaktor. Anwesenheit allein genügt dabei nicht; gefragt sind Verantwortung, Urteilsvermögen, Prozesssicherheit und Kommunikationsfähigkeit. Gerade an kritischen Standorten müssen Mitarbeitende stressresistent sein, ein gutes Serviceverständnis mitbringen und technische Zusammenhänge erfassen können. Wir setzen deshalb auf gezielte Personalauswahl, projektspezifisches Onboarding und regelmäßige Schulungen. Das reduziert Fehler, erhöht die Reaktionsfähigkeit und verbessert zugleich die Qualität der Zusammenarbeit mit dem Kund:innen.
Warum engagiert sich PSA im eco Verband und welchen Beitrag möchte das Unternehmen in die Debatte um digitale Resilienz einbringen?
Mit der Mitgliedschaft im eco Verband möchten wir die Perspektive der physischen und operativen Sicherheit weiter in die digitale Infrastrukturdebatte einbringen. Denn digitale Infrastruktur ist nur dann resilient, wenn auch Standortschutz, Zutrittsprozesse, Personalqualität und Reaktionsfähigkeit zuverlässig funktionieren. Im eco Netzwerk können wir diesen Zusammenhang sichtbarer machen und den Austausch über praxisnahe Sicherheitsanforderungen mitgestalten. Als spezialisiertes Boutique-Unternehmen steht PSA für kurze Entscheidungswege, Nähe zu Kund:innen und messbar wirksame Sicherheit im Alltag. Damit schützt moderne Sicherheit nicht nur Standorte, sondern auch Verfügbarkeit, Vertrauen, Reputation und Investitionen.


