eco Verband zur Münchner Sicherheitskonferenz: Digitale Resilienz braucht europäische Lösungen
- aktuelle IT-Entscheider Umfrage von Civey zeigt: nur circa ein Drittel der Befragten hält Cybersicherheits-Niveau für niedrig bis sehr niedrig
- eco-Vorstand Professor Pohlmann: “Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und Stärkung digitaler Infrastrukturen.”
- Über die Hälfte der Befragten bevorzugt europäische Maßnahmen, anstatt nationaler Alleingänge
Berlin, 12.02.2026 – Cyberangriffe gelten für die deutsche Bevölkerung als das größte sicherheitspolitische Risiko. Das zeigt der aktuelle Munich Security Index 2026, der im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde. Eine von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. beauftragte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter IT-Entscheider:innen in Deutschland zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild: Trotz anhaltender Bedrohungslage bewerten rund zwei Drittel der Befragten das Cybersicherheitsniveau in Deutschland nicht als schlecht. Demnach hält über die Hälfte der Befragten (55%) das Cybersicherheitsniveau für mittelmäßig, rund 9 Prozent sogar für hoch bis sehr hoch.
„In den Unternehmen erleben wir keinen Alarmismus, sondern eine sachliche Auseinandersetzung mit realen Bedrohungen“, so Professor Norbert Pohlmann, Vorstand von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. „Cybersecurity ist für IT-Verantwortliche kein abstraktes Angstszenario, sondern tägliche Praxis.“
Die Ergebnisse des eco Branchenpulses legen nahe, dass viele Unternehmen ihre Sicherheitsarchitekturen kontinuierlich ausbauen und ihre eigene Widerstandsfähigkeit realistisch einschätzen. „Cybersecurity ist ein fortlaufender Prozess“, sagt Pohlmann. „Das IT-Entscheider die Lage differenziert bewerten, zeigt: Investitionen in Sicherheit wirken, auch wenn die Bedrohungslage objektiv angespannt bleibt.“
Als größte Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit definieren IT-Entscheider:innen in Deutschland an erster Stelle die schwache Sicherheitskultur (22%), gefolgt von veralteten IT-Systemen (14%) und einer langsamen Gesetzgebung (11%). Für eco ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag an die Politik: „Unternehmen brauchen in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und eine konsequente Stärkung digitaler Infrastrukturen.“
“Entscheidend ist, ob Maßnahmen tatsächlich digitale Resilienz ermöglichen. Eine stabile Sicherheitsarchitektur bemisst sich daran, ob sie im Ernstfall trägt“, sagt Pohlmann. „Dafür brauchen wir ausreichend Fachkräfte, gezielte Investitionsanreize und eine praxistaugliche Regulierung, die auch den Mittelstand berücksichtigt. Darüber hinaus braucht es einen klaren Vertrauensrahmen für die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft. Nur wenn geregelt ist, wie Informationen ausgetauscht werden, wie Verantwortlichkeiten verteilt sind und wie Unternehmen konkret unterstützt werden, kann Resilienz im Alltag wirksam werden.“
Hier seien europäische Lösungen grundsätzlich zu bevorzugen. “Nationale Alleingänge, verursachen Kosten und gefährden so mittelfristig den Innovationsstandort Europa. Eine europäisch abgestimmte Cybersicherheitspolitik schafft zudem mehr Planungssicherheit für Wirtschaft und Verwaltung und stärkt Europas Fähigkeit selbstbestimmt, digitale Resilienz aufzubauen, statt auf nationale Lösungen zu setzen, die Cyberangriffe erleichtern”, so Pohlmann.
Dies bewerten auch die meisten Unternehmen so: Politische Maßnahmen für mehr Cybersicherheit sollten für die Mehrheit der Befragten klar europäisch geregelt werden (47%), nur 33 Prozent bevorzugen demgegenüber nationale Lösungen.
Der eco Branchenpuls ist eine vierteljährliche Umfrage unter 500 IT- Entscheiderinnen und Entscheidern zu aktuellen Themen der Internetwirtschaft und Digitalpolitik.


