eco
08.01.2019

Die wichtigste Ressource im digitalen Ökosystem

von eco Hauptgeschäftsführer Harald A. Summa

Menschen, die mit dem Internet arbeiten, sind so vielfältig wie das Internet selbst. In Köln würden wir sagen: Jede Jeck is anders. Aber so verschieden wir auch sein mögen, in einer Frage scheinen wir uns alle mehr oder wenig einig zu sein. Was ist die wichtigste Ressource im digitalen Ökosystem?

Wann auch immer diese Frage gestellt wird, könnte ich darauf wetten, dass die einhellige Antwort lautet: Daten.

Ich bin da inzwischen anderer Meinung.

Nicht dass ich Daten für unwichtig halten würde. Das Gegenteil ist der Fall. Von den globalen Datenströmen hängt viel ab. Die Topographie des Internets spiegelt Wohlstand und Zukunftsfähigkeit, wenn sie beides nicht vielleicht sogar schon bedingt. Wir sollten daher alles dafür tun, um unsere digitale Infrastruktur so zu gestalten, dass wir ein ernstzunehmender Knoten im Netz bleiben.

Die Aussage, Daten seien die wichtigste Ressource, halte ich dennoch für falsch. Genauer gesagt halte sich sie für bescheiden. Ich glaube nämlich, die eine Ressource, auf die alles ankommt, sind Sie.

Das Internet mag aus Kabeln, Steckern und Servern bestehen. Aber angetrieben wird es durch Menschen wie Sie und mich. Die etwas wissen wollen. Oder etwas können. Die miteinander kommunizieren, etwas anzubieten haben, einander unterhalten oder still genießen.

Das Internet schafft Verbindungen zwischen Menschen.

Aus diesem Grund folge ich auch nicht der Meinung, dass das Internet der Individualisierung der Gesellschaft Vorschub leistet oder uns sogar voneinander entfernt. Viele Leute sehen das ja anders. Für viele Leute ist das am deutlichsten sichtbare Zeichen der Digitalisierung, der mit seinem Smartphone verschmolzene Smartphonebesitzer, ein Bild dafür, dass wir uns aus der Welt zurückziehen. Dass wir in unsere Bildschirme starren, anstatt uns miteinander zu beschäftigen.

Wer so etwas glaubt, hat wohl noch nie unterwegs Geld verdient. Oder Betreuung für sein krankes Kind organisiert. Oder ganz einfach mit jemanden Kontakt gehalten, der hunderte von Kilometern entfernt lebend dem Smartphonebesitzer viel näher steht, als dessen kulturpessimistischer Kritiker.

Das Internet schafft Verbundenheit. Nirgends wird das deutlicher als ein paar Ebenen unterhalb der glatten Oberfläche unserer Smartphones, in den Maschinenräumen des Internets, auch, wenn es dort nicht Verbundenheit heißt, sondern Connectivity.

Das digitale Ökosystem ist ein gemeinsamer Lebensraum vielfältiger Unternehmen. In unserem gemeinsamen Lebensraum geht es jedem einzelnen Mitglied umso besser, je besser es mit anderen vernetzt ist. Je vielfältiger das Ökosystem, desto besser. Je mehr Optionen für Partnerschaften, desto besser. Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber Partnerschaften bringen es erst so richtig ans Laufen.

Diese Partnerschaften werden nicht zwischen Stecker und Stecker eingegangen, sondern zwischen den Menschen, die die Stecker in der Hand halten und die all das ermöglichen, was den Nutzern an ihren digitalen Endgeräten wichtig ist. Die einen nutzen es, die anderen ermöglichen es. Und immer öfter sind die, die es nutzen, auch die, die es ermöglichen.

Wo auch immer Sie Ihren Platz in unserem digitalen Ökosystem sehen, sind Sie Teil dieser wichtigen Ressource.

Geben Sie gut auf sie acht.

„Die digitale Welt ist von der analogen Welt nicht mehr zu trennen“