01.03.2019

Ausblick: eco bei ICANN64

Datenschutz und die zunehmenden Angriffe auf die DNS-Infrastruktur sind nur einige Themen, die auf der Agenda des nächsten ICANN-Meetings stehen. Thomas Rickert, eco Director Names & Numbers und Lars Steffen, eco Director International, werden für die eco Mitglieder im japanischen Kobe vor Ort aktiv sein. Im Kurzinterview gibt Thomas Rickert einen Ausblick auf seine Erwartungen.

Herr Rickert, was sind diesmal beim ICANN-Meeting die Schwerpunktthemen?

Als Mitglied des so genannten EPDP-Teams, das den Umgang mit Registrierungsdaten in der Welt generischer Domain Namen prüft, steht für mich das Thema Datenschutz deutlich im Vordergrund. Wir haben alleine vier Meetings unserer Gruppe auf der Agenda. Ein guter Überblick über die Policythemen steht aber auch in dem Briefing unter folgendem Link für diejenigen, die mehr Details wünschen.

Wie beurteilen Sie die Fortschritte bei der DSGVO-kompatiblen WHOIS-Reform?

Wir haben vor einigen Tagen den Abschlussbericht über die erste Phase unserer Tätigkeit veröffentlicht. Viele hätten unserer Gruppe, in der teils fundamental gegenläufige Ansichten vertreten werden, nicht zugetraut, überhaupt so weit zu kommen, wie wir jetzt mit unserem mehr als 180 Seiten umfassenden Papier gekommen sind. Unsere Arbeitsergebnisse sind nicht in allen, aber doch den meisten Teilen zufriedenstellend und unseren Positionen entsprechend.

Sicher stehen auch die zunehmenden Angriffe auf die DNS-Infrastruktur auf der Tagesordnung. Was erwarten Sie zu diesem Thema?

„Security, stability und resiliency“ des Domain Namen Systems gehört zu den satzungsgemäßen Kernaufgaben der ICANN. Insofern sind bei allen ICANN-Meetings Workshops zum wichtigen Thema Sicherheit auf der Agenda.

Was sind Ihre persönlichen Erwartungen an das Meeting?

Lars Steffen und ich sind für eco in verschiedenen Gremien bei ICANN aktiv. Wir haben regelmäßig Meetings und verbringen viel Zeit in virtuellen Meetingräumen. Die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten sind prima, bleiben aber – gerade bei schwierigen Themen – in ihrer Effizienz hinter Präsenzveranstaltungen zurück. Insofern erwarte ich gute Fortschritte unserer Arbeit und einen regen Austausch mit Mitgliedsunternehmen und solchen, die noch Mitglieder werden wollen.

„Datenschutz an sich eine gute Sache“