22.08.2023

Interview mit Lorenz Grehlich

Am 12. September 2023 kommen die eco Kompetenzgruppen Netze und IoT im Huawei OpenLab in Ismaning zusammen, um unter dem Motto „Digitale Infrastruktur als Basis von Smart-Home-Anwendungen“ ĂŒber wegweisende Themenschwerpunkte aktueller und kĂŒnftiger Smarthome-Anwendungen zu diskutieren. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit mit Lorenz Grehlich, Bereichsleiter Planung und Implementierung bei M-net, ĂŒber die entscheidende Rolle digitaler Infrastrukturen und leistungsstarker Netze fĂŒr Smarthome Use Cases sowie aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Smarthome-Bereich zu sprechen.

 

Sie sind als Referent beim eco Event „Digitale Infrastruktur als Basis von Smarthome-Anwendungen“ mit dem Thema „Smart Home aus Carrier-Perspektive“ dabei. Welche Insights dĂŒrfen Teilnehmer:innen von Ihrem Impuls erwarten?

Lorenz Grehlich: Als Carrier haben wir mit den UnzulĂ€nglichkeiten der Technik zu kĂ€mpfen, die sich im Smarthome-Bereich insbesondere bei der EinfĂŒhrung von IPv6 ungĂŒnstig auf die KonnektivitĂ€t ausgewirkt hat. Ich werde beleuchten, woher diese Probleme kommen und wie sie heute umgangen werden – mit allen Konsequenzen.

 

Welche Bedeutung haben der Netzausbau und leistungsstarke Netze fĂŒr die Entwicklung und Verbreitung neuer Smarthome-Anwendungen und -Technologien?

Lorenz Grehlich: FrĂŒher hat man mit Smarthome nur ein paar Lampen geschaltet, dabei war die VerfĂŒgbarkeit nicht sehr wichtig. Heute sind alle möglichen Sensoren und Erkennungssysteme miteinander vernetzt. TĂŒren öffnen sich automatisch durch AnnĂ€herung, Gesichtserkennung löst entsprechende Szenarien aus und die GartenbewĂ€sserung lĂ€uft voll automatisiert und Sensorgesteuert. Dabei ist die VerfĂŒgbarkeit wesentlich wichtiger geworden, denn die Systeme und Applikationen mĂŒssen permanent mit der Cloud des Smarthome-Anbieters vernetzt sein. Leistungsstarke Netze im Bezug auf Bandbreite werden derzeit ausgebaut, der nĂ€chste Entwicklungsschritt ist ein möglichst latenzfreies Netz bereitzustellen. Die Kommunikation mit der Cloud und der Systeme untereinander muss nahezu in Echtzeit erfolgen können. Dies sind die aktuellen Herausforderungen, an denen wir arbeiten.

 

Welche Technologien stehen derzeit im Vordergrund, um High-Speed Internet als Grundlage fĂŒr Smart-Home-Anwendungen bereitzustellen und welche zukĂŒnftigen Entwicklungen sind zu erwarten?

Lorenz Grehlich: Der FTTH Ausbau, also die Glasfaser bis in die Wohnung, sind eine wichtige Voraussetzung fĂŒr ein schnelles und zuverlĂ€ssiges Netz als Grundlage von IoT-Anwendungen. Die Weiterentwicklung ist die WeiterfĂŒhrung des Glasfasernetzes innerhalb der Wohnung in einzelne RĂ€ume. Dies wird unter dem Sichtwort FTTR (Fiber to the Room) derzeit von einigen AusrĂŒstern vorangetrieben. Kombiniert mit zukĂŒnftigen Übertragungsverfahren wie bsp. Li-Fi kann dies in eine neue Welt der zukĂŒnftigen KonnektivitĂ€t werden, die insbesondere auch fĂŒr Smarthome-GerĂ€te Anwendung finden könnte.

Vielen Dank fĂŒr das Interview!

Lorenz Grehlich