21.08.2018

Das macht selbstfahrende Autos sicher

  • Große Herausforderungen an IT-Sicherheit für vernetzte, selbstfahrende Autos
  • Datenschutz- und Security-by-Design sind Voraussetzungen für Vertrauen und damit den Erfolg des vernetzten Fahrens
  • Sichere Technologien sorgen für weniger Unfälle und besseren Verkehrsfluss

Durch die fortschreitende Digitalisierung werden aus Autos Connected Cars, die ständig mit dem Internet verbunden sind. IP-Technologien ermöglichen so heute schon neue Services wie Navigation, Infotainment und automatisierte Notrufe – künftig bis hin zum selbstfahrenden Auto. Grundvoraussetzung dafür ist die IT-Sicherheit aller Daten und Systeme im Auto. „Das Potenzial für das vernetzte Auto, die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern, ist immens – hängt jedoch direkt von der in das System integrierten IT-Sicherheit ab“, sagt Professor Norbert Pohlmann, Vorstand im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Es ist absolut notwendig, dass die Car-to-Car- und Car-to-Infrastructure-Kommunikation nicht manipuliert werden kann. Das ist alternativlos, um Unfälle zu vermeiden.“

Datenschutz für selbstfahrende Autos

Doch wie schützen Hersteller die Daten im vernetzten Auto vor unbefugten Zugriffen? Bereits heute haben immer mehr Fahrzeuge die nötigen Kommunikationssysteme direkt in ihre Bordelektronik integriert. Das vernetzte Auto verarbeitet persönliche Informationen zu Fahrzeug und Besitzer sowie die Bewegungsprofile. Fürs autonome Fahren werden zukünftig ständig persönliche Daten mit der Cloud und mit speziellen Edge Computing-Rechenzentren ausgetauscht, damit Künstliche Intelligenz Fahrentscheidungen in Millisekunden fällen kann.

„Anpassungsfähige IT-Sicherheitsinfrastrukturen sorgen dafür, dass nur die jeweils berechtigten Organisationen auf anonymisierte und pseudonymisierte Daten zugreifen können“, sagt Thorsten Stuke, Mobility-Experte in der Kompetenzgruppe IoT im eco Verband. „Es ist die vom Gesetzgeber geforderte Datensparsamkeit zu beachten. Wenn mehrere Personen ein Fahrzeug nutzen oder dieses verkauft wird, sind Prozesse notwendig, die die Daten der jeweils anderen Personen schützen.“ Ein großes Interesse an solchen persönlichen Daten haben, neben den Herstellern, auch Unternehmen aus dem Bereich Entertainment, Notruf- und Zahlungssysteme, Ladestationen und Versicherungsgesellschaften. „Transparenz im Umgang mit den erhobenen Daten ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass das vernetzte Auto akzeptiert und ein Erfolg wird“, sagt Stuke mit Blick auf diese Begehrlichkeiten.

Security-by-Design gehört von Anfang an ins Auto

„IT-Sicherheits- und Vertrauensfunktionen brauchen wir als Security-by-Design von Anfang an im Auto. Das heißt, die IT-Sicherheitslösungen funktionieren, ohne dass sich der Nutzer selbst drum kümmern muss“, ergänzt Pohlmann. Dazu braucht es umfassende IT-Sicherheitskonzepte und ein globales IT-Sicherheitsmanagementsystem, das die Anwender einbindet, ist Pohlmann überzeugt. „Bei so komplexen Produkten wie vernetzten und selbstfahrenden Autos muss daher eine IT-Sicherheitsstrategie entwickelt werden, die die gesamte Wertschöpfungskette umfasst.“

Wenn das gelingt, dann sind immer mehr Autos vernetzt unterwegs – also über das Internet mit anderen Fahrzeugen, Ampeln und Straßenschildern verbunden. Hierüber tauschen sie Informationen aus – etwa über Straßenverhältnisse, die aktuelle Verkehrssituation oder vorhandene Baustellen. Das Ergebnis ist ein vernetztes Fahren, das Mobilität sicherer, komfortabler oder effizienter macht – mit weniger Unfällen und einem besseren Verkehrsfluss.

The Car as Connected Platform — Connecting Stakeholders in the Automotive Industry
© Olivier Le Moal | istockphoto.com