.hamburg statt .com? Mehrheit der Deutschen befürwortet mehr Regionalität im Netz
- Neue Vergaberunde von Domainendungen in 2026: Jetzt Bewerbung der eigenen Domainendung bei der ICANN vorbereiten
- 55 % der Befragten** halten geografische Internetendungen für eher sinnvoll bzw. sehr sinnvoll
- Gerade einmal 7 % der Befragten finden lokale Domainendungen überhaupt nicht sinnvoll
Es ist ein Phänomen, das wahrscheinlich allen Internetbenutzer:innen tagtäglich begegnet und spätestens seit dem Boom von Endungen wie „.ai“ oder”.tv” verstärkt auffällt: spezifische Internetendungen, sogenannte Top-Level-Domains (TLDs), die ganz am Ende einer Webadresse stehen. Denn neben altbekannten Endungen wie „.de“ oder „.com“ gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an Kürzeln, die auf Branchen, Unternehmen oder Orte hinweisen. In der deutschen Bevölkerung gewinnen vor allem lokale TLDs (geoTLDs), wie „.koeln“ oder „.hamburg“, an Beliebtheit: Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.* halten 55 Prozent** der Befragten lokale Endungen für öffentliche Institutionen und private Unternehmen für sinnvoll. Gerade einmal 7 Prozent geben an, dass ortsbezogene Internetendungen überhaupt nicht sinnvoll seien.
Lokalpatriotismus und mehr Sicherheit im digitalen Raum
Die Beliebtheit verschiedener Web-Kürzel lässt sich simpel erklären: Sie sind nicht nur technischer Identifier einer Webadresse, sondern dienen heutzutage auch als digitales Aushängeschild für Unternehmen, Institutionen und Organisationen. Thomas Rickert, Director Names & Numbers bei eco, zeigt die Vorteile von lokalen Endungen auf: „geoTLDs ermöglichen Unternehmen und Organisationen ein gezieltes Marketing mit klarer geografischer Zuordnung. Das ist insbesondere für Akteure mit starkem regionalem Bezug attraktiv, etwa für Städte, Behören, Tourismusregionen oder den gastronomischen Bereich.“ Neben einer gestärkten digitalen Identität mit Bezug zur Region schaffen geografische Endungen laut Rickert auch Vertrauen und Wiedererkennbarkeit.
Gleichzeitig können eigene TLDs mehr Sicherheit, Datenschutz und Vertrauen für Nutzer:innen bedeuten, wenn die Endungen beispielsweise eine verpflichtende DNSSEC-Nutzung, verschlüsselte Kommunikation oder kuratierte Domainvergaben voraussetzen. „TLDs können Sicherheitszonen im Netz schaffen. Gerade für Kommunen und Branchen mit sensiblen Diensten, wie der Gesundheit, Bildung oder Verwaltung, können sie ein echter Gewinn sein“, so Rickert.
Seltene Möglichkeit: Bewerbung für neue TLDs bei der ICANN im Jahr 2026 möglich
Während TLDs von Registraren technisch und administrativ verwaltet werden, hält die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) die Strippen für das Domain Name System (DNS) in der Hand und ist verantwortlich für die Vergabe und Regulierung aller generischen TLDs. Das letzte Mal hatten interessierte Akteure im Jahr 2012 die Möglichkeit, sich für eine neue Endung zu bewerben. Nun ergibt sich im nächsten Jahr wieder eine Chance dafür – laut Rickert eine „besondere Möglichkeit für Unternehmen und Regionen für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit im Netz.“ Dabei spielt es keine Rolle, ob sich Akteure für eine geografische, generische oder unternehmensspezifische TLD bewerben möchten. „Das Verfahren ist für all diese TLDs geöffnet“, versichert Rickert. Er empfiehlt, dass sich Interessierte schnellstmöglich mit der Bewerbung auseinandersetzen: „Das Vergabeverfahren für neue Internetendungen ist komplex, doch es lohnt sich.“
eco als Ansprechpartner für Domainangelegenheiten
Als Verband der Internetwirtschaft ist eco seit über 30 Jahren in der TLD-Policyarbeit aktiv. Die Mitglieder des Verbandes verwalten dabei über 70 Prozent aller Domainregistrierungen weltweit. Mit dem Kompetenzbereich Names & Numbers ist eco direkter Ansprechpartner für alle, die eine eigene TLD planen, und trägt regelmäßig Informationsveranstaltungen zu Themen rund um Domains aus.

*Die Daten dieser von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. beauftragten Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 13. - 16.06.2025 insgesamt 2012 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
** Der dargestellte Prozentwert basiert auf der Aggregation zweier nebeneinander liegenden Skalenpunkte (Top-2-Box)
