Das von eco – Verband der Internetwirtschaft und ICANN veranstaltete ICANN85-Readout brachte internationale Akteure zusammen, um die Höhepunkte des ICANN85 Community Forums in Mumbai zu besprechen. Mehr als 1.400 Teilnehmende nahmen persönlich an der Veranstaltung teil, während über 660 online zugeschaltet waren, um die neuesten Entwicklungen in der Internet-Governance und der ICANN-Richtlinienarbeit zu erörtern.
Zu den wichtigsten Themen gehörten:
• DNS-Missbrauch: ICANN startete den ersten einer geplanten Reihe von Richtlinienentwicklungsverfahren zum Thema DNS-Missbrauch. Dabei ging es um die Frage, ob Registrare verpflichtet werden sollten, weitere Domains zu untersuchen, die mit einem Konto verbunden sind, dem schädliche Registrierungen zugeordnet werden. Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit eines wirksamen, aber verhältnismäßigen Ansatzes, der die Privatsphäre schützt und unbeabsichtigte negative Folgen vermeidet.
• WSIS+20 und Multistakeholder-Governance: Die Technical Community Coalition for Multistakeholderism begrüßte die Bekräftigung des Multistakeholder-Modells und die Verlängerung des Mandats des Internet Governance Forum (IGF). Zugleich skizzierte sie ihr weiteres Engagement beim IGF, bei ICANN und im Vorbereitungsprozess für die ITU-Bevollmächtigtenkonferenz.
• Nächste Runde neuer gTLDs: Die Diskussionen umfassten das Applicant Support Program, internationalisierte Domainnamen, die Lösung konkurrierender Bewerbungen und die Vorbereitungen für die nächste Bewerbungsrunde. Das Unterstützungsprogramm hatte mehr Bewerbungen erhalten als ursprünglich erwartet. Bewerbende können Gebührenermäßigungen, Mentoring und zusätzliche Unterstützung erhalten.
• Zugang zu Registrierungsdaten: Nach der Entscheidung des ICANN-Vorstands, die ursprünglichen Empfehlungen für das Standardized System for Access and Disclosure (SSAD) nicht anzunehmen, wird die GNSO ergänzende Empfehlungen ausarbeiten, die zu einem praktischeren und finanziell tragfähigeren System führen sollen.
• Menschenrechte: Die Community erörterte, wie menschenrechtliche Aspekte sowie Fragen des Schutzes der Privatsphäre und des Datenschutzes in alle Richtlinienentwicklungsverfahren von ICANN integriert werden sollten, einschließlich des neuen Richtlinienentwicklungsverfahrens zum DNS-Missbrauch.
• Überprüfungsverfahren: Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, das System der Rechenschaftspflicht und der strukturellen Überprüfungen von ICANN flexibler, zielgerichteter und für die ehrenamtlich tätige Community besser handhabbar zu gestalten.
• Governance der regionalen Internet-Registrierungsstellen: Die Arbeiten zur Aktualisierung von ICP-2 wurden fortgesetzt. Dazu gehören klarere Kriterien für die Anerkennung, Beaufsichtigung und mögliche Entziehung der Anerkennung regionaler Internet-Registrierungsstellen.
• Universal Acceptance und Resilienz des Internets: Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit, Domainnamen und E-Mail-Adressen in verschiedenen Sprachen und Schriftsystemen zu unterstützen. Zugleich untersuchten sie die wachsende Bedeutung der Resilienz der technischen Infrastruktur des Internets.
Der Readout verdeutlichte die Bandbreite der laufenden Richtlinienarbeit von ICANN sowie die Bedeutung einer fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen der technischen Community, Regierungen, Unternehmen und Internetnutzern.
Die vollständige Aufzeichnung ist nun verfügbar:
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