23.03.2021

„Insgesamt sehen wir eine Beschleunigung der Digitalisierung“

Welche Bedeutung digitale Infrastrukturen auch regional haben können, erläutert Raphael Bächle. Er ist seit April 2018 Geschäftsführer der TelemaxX Telekommunikation GmbH in Karlsruhe und wird am 31. März an der Diskussionsrunde der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland teilnehmen. Im Interview erklärt er vorab, wie Karlsruhe sich gegen Metropolen wie Frankfurt oder Berlin behauptet und sein Unternehmen die Bedeutung der Infrastrukturen während der Pandemie erlebt.

Herr Bächle, welche Rolle spielt der Digitalstandort Karlsruhe aus Ihrer Sicht für die Region?

Karlsruhe gehört mit über 4.400 IT-Unternehmen und mehr als 30.000 Arbeitsplätzen in der IT-Branche zu den wichtigsten IT-Standorten in Europa. Zudem wies Karlsruhe im Zeitraum von 2012 bis 2016 mit 13,4 Prozent bundesweit den zweithöchsten Anteil an Gründungen im Hightech-Sektor auf.

Die Digitalwirtschaft ist somit Motor der Digitalisierung in der Technologieregion Karlsruhe, aber auch über die angrenzenden Ballungsräume hinaus.

Wie schätzen Sie die digitalen Standortvoraussetzungen im Vergleich zu Metropolen wie Frankfurt oder Berlin ein?

Hier in der Region wurden die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels schon früh erkannt. Hierbei spielt die Vernetzung in einer aktiven Community eine entscheidende Rolle. Schon seit mehreren Jahren arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammen, um den Digitalstandort Karlsruhe und die Region nachhaltig zu gestalten. Dieser Weg wird konsequent durch viele Initiativen fortgesetzt und die Region muss den Vergleich mit den genannten Metropolen nicht scheuen.

Wie hat sich die Bedeutung von digitalen Infrastrukturen während der Pandemie in Ihrem Unternehmen und bei Ihren Kunden gezeigt?

Für uns hat der kurzfristige Umstieg in die angepasste Arbeitsweise sehr gut funktioniert. Unsere Rechenzentren und Telekommunikationsdienste betreiben wir weitestgehend vor Ort, während ein Großteil der Belegschaft von zu Hause aus arbeitet. Unsere Kunden hatten quasi über Nacht höhere Anforderungen an ihre Internet- und Datenverbindungen. Hier konnten wir kurzfristig Abhilfe schaffen und so unseren Teil zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit beitragen.

Insgesamt sehen wir eine Beschleunigung der Digitalisierung, bei der zukunftsfähige und leistungsstarke digitale Infrastrukturen eine wichtige Rolle für den nachhaltigen Erfolg in einer vernetzten Welt einnehmen.

Wie können aus Ihrer Sicht digitale Infrastrukturen einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten?

Digitale Infrastrukturen sind eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung ganzer Geschäftsmodelle und Branchen. Der Effekt auf die Erreichung der Klimaziele über die IKT-Branche ist somit nicht zu vernachlässigen. So gehören deutsche Rechenzentren schon heute zu den energieeffizientesten der Welt. Immer mehr Serverinfrastrukturen werden zu professionellen Rechenzentrumsanbietern ausgelagert, was Ressourcen schont und die Energieeffizienz weiter erhöht. Neben der Nutzung von Cloud-Lösungen liegt ein weiteres Potenzial in der Abwärmenutzung von Rechenzentren. Letzteres wird Stand heute noch zu wenig ausgeschöpft.

„Insgesamt sehen wir eine Beschleunigung der Digitalisierung“