26.08.2019

„Neue Netztechnologien verändern Wertschöpfungsketten“

Lorenz Grehlich, Leiter Technische Entwicklung bei der M-net Telekommunikations GmbH, ist seit diesem Sommer frischgebackener Leiter der Kompetenzgruppe Netze im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Im Interview erläutert er, welche Ziele er mit der KG zukünftig verfolgt.

 

Herr Grehlich, Sie haben die Leitung der Kompetenzgruppe Netze im eco Verband übernommen, herzlichen Glückwunsch! Wie ist es dazu gekommen?

Vielen Dank, ich freue mich sehr auf die Aufgaben des Kompetenzgruppenleiters. Im Rahmen meiner Tätigkeit für die M-net, die ja auch eco Mitglied ist, hatte ich immer wieder Kontakt zum Verband. Da die Position des Leiters der Kompetenzgruppe Netze unbesetzt war, das Thema mir aber sehr am Herzen liegt, hatte ich mich nach kurzem Gespräch mit den Verantwortlichen beim eco Verband entschieden, die Position zu übernehmen.

 

Was sind Ihre ersten Amtshandlungen als frischgebackener Kompetenzgruppenleiter?

Um die Arbeit der Kompetenzgruppe mit neuem Leben zu füllen, lade ich alle, die an einer Mitarbeit interessiert sind, zum Kick-off Meeting am 15. Oktober in die Räume der M-net nach München ein. Dort wollen wir uns einen Tag lang abstimmen, was wir in den nächsten Monaten erreichen wollen und in Vorträgen und Diskussionen aktuelle Branchenthemen ansprechen.

 

An wen richtet sich die Einladung konkret?

Zur Teilnahme an diesem Treffen herzlich eingeladen sind im weitesten Sinne alle diejenigen, die Netze bauen und/oder betreiben oder daran beteiligt sind – also technische Entscheider bei ISPs und Carriern, aber auch Netzausrüster oder Vertreter der Wissenschaft, die neue Netz-Technologien erforschen.

 

Welche Themen stehen bei diesem Treffen im Fokus?

Wir wollen über konkrete Fragestellungen aus der Praxis sprechen, beispielsweise über die Umsetzung von regulatorischen Anforderungen. Jeden Netzbetreiber interessiert doch: Wie machen es eigentlich die anderen? Die Router-Wahlfreiheit beispielsweise hat die Politik recht leicht formulieren können – was das für uns in der praktischen Umsetzung bedeutet, das ist alles andere als trivial und ein Austausch mit anderen Netzbetreibern ist da durchaus sinnvoll.

 

Wollen Sie dabei auch in die Zukunft blicken?

Ja, unbedingt. Wir wollen im Expertenkreis mal schauen, wo die Reise hingehen könnte bei Glasfaser und 5G. Wie sieht es aus mit Next-Generation-Technologien, welche Access-Möglichkeiten haben die Nase vorn? Was kommt nach MPLS und Co. und wie verändert Software-Defined-Networking (SDN) die Geschäftskonzepte? Für Netzbetreiber wie ISPs und Carrier gibt es eine Reihe an Themen und Herausforderungen, die eine enge Abstimmung nötig machen.

 

Die Branche ist also stark in Bewegung?

Ja, absolut. Was bedeutet das für Netzbetreiber, wenn Firmen durch SD-WAN relativ leicht selbst Netze aufspannen können? Und wie nutzen Carrier auf der anderen Seite ihre Chance, mit den neuen Technologien die eigenen Netze recht einfach signifikant zu erweitern? Ein weiteres großes Thema ist beispielsweise auch die Auslagerung von Netzfunktionen in die Cloud. Die Wertschöpfungsketten verändern sich rasant, darüber möchte ich mit den Verantwortlichen in der KG Netze diskutieren.

 

Was erwarten Sie persönlich von der KG Netze?

Mein Ziel ist es, mit der KG Netze eine Plattform zu schaffen, auf der sich die Entscheider offen und ehrlich hinsichtlich Netzthemen austauschen können. Dafür hoffe ich natürlich auf viele Teilnehmer und Interessierte am 15. Oktober in München. Ich wünsche mir, dass wir dort viele Themen finden, die für alle Teilnehmer sehr spannend sind und eine rege Diskussion entsteht, aus der alle Anregungen fürs tägliche Geschäft mit nach Hause nehmen können.

Herr Grehlich, vielen Dank für das Interview!

Netze 1