Um Datenströme zu verteilen, sind leistungsfähige Glasfasernetze essentiell

Interview mit Wolfram Rinner, Geschäftsführer GasLINE

GasLINE ist seit März 2018 Mitglied im eco Verband und zudem ein unterstützendes Unternehmen der neuen „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland“. Im Interview sprach Roland Broch, eco e.V., mit GasLINE Geschäftsführer Wolfram Rinner.

eco: Wie sehen Sie, Herr Rinner, die Rolle der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland“ aus Sicht eines Infrastrukturanbieters für Glasfasernetze?

Wolfram Rinner: Die erste der fünf Thesen der Allianz bezieht die Glasfasernetze mit „dem bundesweiten Breitband-Internet“ bei den digitalen Infrastrukturen selbstverständlich mit ein. Die hochverfügbaren Rechenzentren sind wesentlich für die Digitalisierung, Storage und die Sicherheit von gespeicherten Daten. Um die Datenströme zu verteilen, sind die leistungsfähigen Glasfasernetze der Netzbetreiber ebenso essentiell. Der Breitbandausbau schreitet weiter voran. Das ist positiv und birgt dennoch leider auch Spannungsfelder zwischen der Politik und den ausbauenden Unternehmen sowie verzögernde Bedingungen. Vor dem Hintergrund kann es nur positiv sein, wenn diese Allianz die öffentliche Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung der neuen Regierung für die Bedeutung der digitalen Infrastrukturen für Deutschland und die Bevölkerung schärft.

Da Sie von verzögernden Bedingungen sprechen, nennen Sie uns ein Beispiel aus Ihrer Erfahrung.

Dass der Breitbandausbau langsamer voran geht, liegt auch an der Abwicklungsdauer bei den Bauanträgen. Die involvierten Behörden zu reduzieren und das administrative Prozedere deutlich zu verschlanken, wäre eine zielführende Maßnahme. Auf der Praxisseite ist der Engpass bei den Tiefbauarbeiten ein Handicap, das Netzbauarbeiten verzögert. Die Dienstleister sind nahezu ausgebucht und es gibt sogar zu wenig Bagger, um den ehrgeizigen Plan mit den Breitbandausbauzielen zügiger umzusetzen.

Wie sehen Sie die Perspektive für die digitalen Infrastrukturen mit der neuen Regierung?

Die Aussage des künftigen Kanzleramtschefs, Helge Braun, dass ein Netzausbau mit Vektoring-Technologie zukünftig nicht mehr mit Fördergeldern der Regierung unterstützt wird, ist ein klares Votum für Glasfaser! Diese Haltung nehmen wir und andere Infrastrukturanbieter, die eigenwirtschaftlich Glasfasernetze ausbauen, gerne zur Kenntnis. Die Backbone-Provider sind ein fundamentaler Erfolgsfaktor einer gelingenden Digitalisierung und des Breitbandausbaus. Nur mit verlässlichen und hochbitratigen Internetverbindungen über Glasfaser und skalierbaren Netzprodukten auf Ethernet- und Wellenlängenbasis wird diese datenbasierte Transformation für Unternehmen möglich sein. Die Vernetzung ist ein Enabler der Digitalisierung.

GasLINE ist einer der maßgeblichen Glasfaser-Infrastrukturanbieter und verfügt über ein – deutschlandweit – flächendeckendes Netz mit einer derzeitigen Trassenlänge von über 25.000 km. Dieses wird kontinuierlich weiter ausgebaut; bis 2020 sind zusätzlich 4.000 km geplant. Dazu gehört auch die Breitband-Erschließung von Gemeinden. GasLINE bietet neben der unbeschalteten Glasfaser Carrier Ethernet und Wellenlängen-Services. Über die DWDM-Plattform können Kunden flexible Übertragungskapazitäten bis zu 200 Gbit/s für ihren Bandbreitenbedarf nutzen. Mit diesen skalierbaren Netzprodukten (OptiNET) ist GasLINE ein Lösungsanbieter mit höchsten Übertragungsraten im Wholesale-Segment als auch für individuelle Standortvernetzung. So können Kunden z.B. mit “Alien Wave“ - ein neuer Wellenlängen Service - über das eigene Equipment effizient mehrere Standorte unabhängig von der eingesetzten Technologie verbinden. GasLINE hat Netzkopplungen zu gebietsübergreifenden Glasfaser-Infrastrukturen in Städten (z.B. mit City- und Regio Carriern) und mit Netzbetreibern in benachbarten Ländern. Die Netztopologie schließt Telekommunikationszentren (Telehäuser und PoPs), die relevanten Internetaustauschknoten und Zentren der IKT- und Medienbranche ein. www.gasline.de