5 Fragen an… Gerd Simon

Podcast: Information & Energy – the ultimate paradigm for growth of the digital economy

 
Aus der Reihe "Innovative Köpfe" (10)
 

In der Kolumne "5 Fragen an..." interviewen wir regelmäßig innovative Köpfe aus den Bereichen IT-/RZ-Betrieb und Hosting. In dieser Woche stellen wir Gerd Simon aus Bad Homburg vor.

Gerd Simon ist seit acht Jahren selbständiger Strategie- und Management-Berater mit Sitz in Bad Homburg. Er ist im eco und darüber hinaus bekannt und hat einigen Unternehmen der Internetwirtschaft durch seinen Beratungsansatz geholfen, ihren Firmenwert zu steigern.

Seine aktuellen Themen sind Cloud Strategien & Infrastrukturen sowie strategisches Programm-Management für digitale Infrastrukturanbieter und Hosting Provider. Gerd Simon ist darüber hinaus Senior Analyst der Crisp Research AG mit Sitz in Kassel.

 
Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit dem Internet erinnern?

Ganz gut erinnere ich mich noch an die Recherchen mit AltaVista im August 1995, da ich damit einiges für Entscheidungsvorlagen rasch erarbeitete. Der Umgang damit gehörte da noch nicht zum alltäglichen Handwerkszeug, beruflich einen Email-Account zu haben dagegen schon eher. Ich hatte gerade bei DeTeSystem begonnen und konnte mithilfe dieser neuen Werkzeuge einige Unternehmensgründungen anschieben, was mich heute noch freut.

 
Welchen Service erbringt Ihr Unternehmen für die Internetwirtschaft?

Meine Beratungsdienstleistungen sind vielfältig, drehen sich aber immer im Kern um die Steigerung des Enterprise Value. Seit meinem Start als Berater habe ich mit Unterstützung meines Netzwerks – und eco ist hier ein wichtiger Teil – einer Reihe nationaler wie internationaler Unternehmen geholfen, dies zu erreichen. Die Facetten umfassen Business Development Beratung mit aktivem Support sowie pragmatische Strategie- und Managementberatung. Mein Schwerpunkt liegt in der Strategieberatung und damit im Programm-Management, wozu ich eine McKinsey-Methode auf die Internet-Marktsegmente angepasst habe. Alle Detail-Themen, wie z.B. M&A-Beratung, Due Dilligence Support, Feasibility-Analysen und Senior Analyst-Aktivitäten leiten sich davon ab.

 
Wie sind Sie auf eco aufmerksam geworden?

Das war im Frühling 1999, als ich mich als Co-Gründer von Interxion Deutschland zusammen mit meinen Kollegen aus Amsterdam um die neue DE-CIX Lokation beworben habe. Heute kennt jeder wohl die Hanauer Landstraße. Durch die Gespräche mit Harald Summa und dem DE-CIX Beirat sind Interxion und ich eco-Mitglieder geworden. Was daraufhin alles geschah, sind Facetten einer Erfolgsgeschichte mit dem Titel „20 Jahre DE-CIX“.

 
Ihr Lieblings Buzzword aus dem IT- und RZ-Umfeld?

Aktuell ist dies ‚Industrie 4.0’. Was wir hier hören bzw. lesen sind Konzepte, die von Hochschulen ab den Jahren 1980 zum Thema "Computer Integrated Manufacturing" entwickelt wurden. Diese Konzepte sind nun in den Management-Etagen und in der Politik angekommen und nunmehr valide – Was hat sich geändert? Durch das Internet und den weltweiten Einsatz von Transistortechnologien sind die Möglichkeiten zur Umsetzung einfacher und umfangreicher geworden als dies noch vor Jahrzehnten der Fall war. Und das ermöglicht neue Handlungsfelder in der technischen Datenverarbeitung, neudeutsch auch "Internet der Dinge" genannt. Wo jedoch diese technische Datenverarbeitung stattfinden wird und wer die Systempflege leisten wird, entscheiden die Unternehmen in Ihren Wertschöpfungsgemeinschaften, somit in Verantwortungs- und Budgetstrukturen. Hier hat das Rennen erst begonnen.

 
Wie sähe für Sie ein Leben ohne Internet aus?

Vollkommen anders – denn ich kann mir das heutige Leben nicht mehr ohne vorstellen; aber mal sehen, wohin uns die weiteren Entwicklungen bringen und wie diese in Zukunft heißen werden. Sicher ist für mich eines, das Internet wie wir es heute kennen, ist erst der Beginn. Und obwohl ich mich auch an glückliche Zeiten erinnere, in der es dies alles nicht gab: Internet und digitale Technologien sind für mich genauso alltäglich wie Strom- und Warmwasserversorgung. Würde das Internet im Rhein-Main-Gebiet für mehrere Tage oder Wochen morgen ausfallen, so hätte dies ernste Folgen – allerdings dann nicht nur für mich.