23.01.2026

Alexander Rabe zum Entwurf der Nationalen Rechenzentrumsstrategie

Zum Entwuf der Nationalen Rechenzentrumsstrategie sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. im Namen der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen: 

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass das BMDS zentrale Kritikpunkte und Forderungen der Branche aufgegriffen hat und in der vorliegenden und noch inoffiziellen Version einer RZ-Strategie adressiert. In dem Entwurf der Rechenzentrumsstrategie von Januar 2026 finden sich viele Ansätze wieder, für die sich die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen eingesetzt hat, wie die Überarbeitung der Netzanschlussvergabe, die Ermöglichung der kostenfreien Abgabe von Abwärme und eine Überarbeitung des EnEfG. Neben der engeren Einbindung von Rechenzentren in das Energiesystem und der Ertüchtigung von Rechenzentrums – Kapazitäten für KI und Forschung, sollte verstärkt ein Fokus auf der Stärkung des gesamten Ökosystems digitaler Infrastrukturen liegen, hierzu gehören auch die Internetaustauschnoten wie etwa den DE-CIX.

Viele der gelisteten Maßnahmen spiegeln lediglich die Ankündigungen des KoaV wider, entscheidend wird nun die konkrete Umsetzung. Beim überarbeiteten Vergabeverfahren für Netzanschlüsse auf Übertragungsebene sollte ein klarer „first ready, first serve“-Ansatz im Vordergrund stehen, damit realisierungsreife Projekte tatsächlich schneller ans Netz kommen. Gleiches gilt für die geplanten Vorzugsflächen für Rechenzentren, die nur im engen Zusammenspiel mit Kommunen, Ländern und Netzbetreibern funktionieren können.

Auch bei den Strompreisen zeigt die Strategie zwar die richtige Richtung auf, es fehlen jedoch konkrete Maßnahmen und ein verlässlicher Zeitrahmen, um international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.

Wichtig ist aus Sicht der Branche zudem, dass die Strategie eine stabile Investitionsgrundlage schafft und nationale Alleingänge vermeidet. Gerade im Kontext des Energieeffizienzgesetzes braucht es ein klares Zielbild. Die angekündigte „pragmatischere Ausgestaltung“ von Effizienzanforderungen – etwa beim PUE – ist grundsätzlich zu begrüßen, bleibt bislang jedoch noch unkonkret. Entscheidend wird sein, diese Punkte zeitnah praxisnah und EU-kompatibel auszugestalten, damit Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und europäische digitale Souveränität gemeinsam gestärkt werden.”

World Economic Forum 2026: eco - Verband der Internetwirtschaft fordert in Davos einen Digitalisierungsschub für die europäische Wirtschaft