09.10.2018

Sichere digitale Infrastrukturen: Mehrheit der Nutzer bevorzugt inländische Datenspeicherung

  • Civey-Umfrage: 70 % der Befragten fordern staatliche Stärkung digitaler Infrastrukturen

Vom 9. bis 11. Oktober 2018 tauschen sich auf der it-sa – der größten Europäischen Messe für IT-Sicherheit – Experten und Unternehmen aus aller Welt zu neuen Lösungen und Fragestellungen rund um die Themen IT- und Internetsicherheit aus. eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. und die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen weisen in diesem Kontext darauf hin, dass Internetsicherheit bereits an der Basis, nämlich den Rechenzentren und anderen Betreibern digitaler Infrastrukturen – anfängt.

„Leistungsfähige und vor allem sichere digitale Infrastrukturen sind das Rückgrat einer gelingenden digitalen Transformation in Deutschland und ein wichtiger Standortfaktor“, sagt Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen. Die Frage, ob sich ein Rechenzentrum und mit ihm die dort gehosteten Daten in Deutschland befinde, sei für die digitale Souveränität von großer Bedeutung. So müsse etwa in Krisenfällen auch ein physischer Zugriff auf Rechenzentren möglich sein.

Civey-Umfrage: Mehrheit der Nutzer vertraut auf Rechenzentren im Inland

Auch eine Mehrheit der Internetnutzer sieht Rechenzentren in Deutschland als essentiell für die digitale Souveränität in Deutschland an. Über die Hälfte der Bevölkerung (54,7%) vertraut ihre Daten Unternehmen lieber an, wenn diese auf inländischen Servern speichern, so das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen durchgeführt hat.

Rund 65 % der Deutschen halten es demnach für einen sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor, digitale Infrastruktur (z.B. Rechenzentren) im Inland zu erhalten.

Rund 70 % der Befragten sind außerdem der Meinung, dass der Staat den Betrieb digitaler Infrastrukturen wie bspw. Rechenzentren stärker als bisher fördern sollte. Über 40 % sagen sogar, dass es hier „deutlich stärkere“ Förderung braucht.

Neue borderstep Studie belegt: Rechenzentren in Deutschland brauchen bessere politische Rahmenbedingungen

Angesichts ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung für den Standort Deutschland erfahren Betreiber digitaler Infrastrukturen hierzulande aktuell keine angemessene politische Unterstützung und Förderung. Gerade im internationalen Vergleich sind die politischen Rahmenbedingungen für Betreiber digitaler Infrastrukturen suboptimal. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine neue Studie über die sozioökonomischen Chancen und Herausforderungen von Rechenzentren und anderer Betreiber digitaler Infrastrukturen im internationalen Vergleich, die vom Borderstep Institut im Auftrag der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland und eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. erstellt wurde.

„Deutschland droht hier im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren“, sagt Béla Waldhauser. „Andere Länder haben bereits die Bedeutung der Branche erkannt und schaffen aktiv die notwendigen Rahmenbedingungen um auch zukünftig als Standort im Wettbewerb attraktiv zu sein. In Deutschland wird das Thema Rechenzentren politisch praktisch nicht adressiert“, so Waldhauser weiter. Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor sei beispielsweise die Stromkosten, die für Rechenzentren in Deutschland aufgrund der EEG-Umlage teilweise fünfmal so hoch seine, wie beispielsweise in skandinavischen Ländern.

Der Standortwettbewerb um die Ansiedlung von Rechenzentren – gerade auch von Hyperscale-Rechenzentren – wird zukünftig zunehmen. Während öffentliche Verwaltungen auf Grund rechtlicher Vorgaben auf einen Rechenzentrumsbetrieb in Deutschland angewiesen sind, können private Rechenzentren ins Ausland ausweichen, um den hohen Stromkosten zu entgehen. „Dies wird auf Dauer auf Kosten des Digitalstandorts Deutschland und auf Kosten der Sicherheit für alle Internetnutzer gehen“, warnt Waldhauser.

Bundesregierung muss Strategie für die Sicherung und den Ausbau der digitalen Infrastruktur hierzulande entwickeln

Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen fordert daher, dass die Bundesregierung digitale Infrastrukturen in Deutschland endlich als Standortfaktor anerkennt und dringend eine Strategie für die Sicherung und den Ausbau der digitalen Infrastruktur hierzulande entwickelt. Dazu zählen ein zügiger Ausbau der Netzinfrastruktur genauso wie Maßnahmen zur Ressourcen- und Energieeffizienz und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Die zehn politischen Kernforderungen sowie weitere Informationen zur Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen sind online verfügbar unter www.digitale-infrastrukturen.net.

Weitere Informationen:

Infografiken zur zitierten Civey-Umfrage sind hier online verfügbar.

Die Borderstep-Studie „Bedeutung digitaler Infrastrukturen in Deutschland“ finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland gibt es online unter: www.digitale-infrastrukturen.net.

eco auf der it-sa: in Halle 9 Stand 9-506.

Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen präsentiert sich am Mi. 10. Oktober – 13:00-14:00 beim it-sa insight im Forum M9 – Management.

eco Verband Kooperationspartner von Europas größter IT-Security Messe