27.01.2026

eco Umfrage zeigt: Datenschutz, nein danke! Rund 90 Prozent der Deutschen kapitulieren vor langen und komplizierten Datenschutzerklärungen

Eine von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.  beauftragte YouGov-Umfrage zum Europäischen Datenschutztag zeigt: Nur eine Minderheit liest Datenschutzinformationen vollständig. eco fordert mehr Transparenz, Verständlichkeit und Nutzerorientierung

  • Fast 90 Prozent überfliegen Datenschutzerklärungen oder ignorieren sie komplett
  • Nur 8 Prozent der Deutschen lesen Datenschutzerklärungen vollständig
  • Ein Drittel informiert sich gar nicht aktiv über Datenschutz

Eine große Mehrheit der Deutschen fühlt sich von heutigen Datenschutzerklärungen überfordert und liest sie nur oberflächlich. Das zeigt eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. anlässlich des Europäischen Datenschutztags am 28.01.2026.

Demnach lesen lediglich 8 Prozent der Befragten Datenschutzerklärungen in der Regel vollständig. 46 Prozent lesen die Informationen nur teilweise, weitere 43 Prozent geben an, sie normalerweise gar nicht zu lesen. Damit verfehlen Datenschutzerklärungen ihr eigentliches Ziel: Nutzerinnen und Nutzer verständlich darüber zu informieren, was mit ihren Daten geschieht.

„Datenschutz darf kein Pflichttext sein, den niemand versteht. Wenn fast alle wegklicken, läuft etwas grundlegend falsch”, sagt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Transparenz entsteht nicht durch Länge, sondern durch Verständlichkeit.“

Zu lang, zu kompliziert, alternativlos

Auf die Frage, warum Datenschutzerklärungen nicht vollständig gelesen werden, nennen 66 Prozent der Befragten deren übermäßige Länge als Hauptgrund. 55 Prozent gehen davon aus, ohnehin zustimmen zu müssen, wenn sie einen digitalen Dienst nutzen wollen. Für 34 Prozent sind die Inhalte zu kompliziert oder schwer verständlich.
Weitere Gründe: fehlende Zeit im Alltag (26 Prozent) oder ein grundsätzliches Vertrauen in die Anbieter (12 Prozent).

„Die Umfrage zeigt, dass Datenschutz häufig als notwendiges Übel wahrgenommen, nicht als echter Mehrwert für Nutzerinnen und Nutzer“, so Süme weiter. „Das ist ein Warnsignal für Politik, Wirtschaft und Plattformbetreiber gleichermaßen. Menschen müssen verstehen, dass Datenschutz keine Bürde ist, sondern ein unverzichtbarer Schutzschild der Persönlichkeitsrechte.“

Ein Drittel informiert sich gar nicht über Datenschutz

Besonders alarmierend: 33 Prozent der Befragten informieren sich nach eigenen Angaben gar nicht aktiv über Datenschutzthemen. Wenn Informationen gesucht werden, dann vor allem direkt bei den Unternehmen selbst (26 Prozent) oder bei unabhängigen Einrichtungen wie Verbraucherorganisationen (17 Prozent). Öffentliche Stellen wie Datenschutzbehörden erreichen nur 14 Prozent der Befragten, soziale Medien lediglich 8 Prozent.

„Datenschutz findet im Bewusstsein der Menschen kaum statt, obwohl er sie betrifft und sie ihn einfordern“, erklärt Süme. „Das zeigt, wie dringend wir, niedrigschwellige Formen der Aufklärung brauchen.“

eco: Datenschutz muss alltagstauglich werden

Zum Europäischen Datenschutztag fordert eco einen Perspektivwechsel: hin zu klaren, nutzerzentrierten Informationen und technischen Datenschutzlösungen.

 

Über die Umfrage

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 23. und 26.01.2026 insgesamt 2.234 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Alle Umfrageergebnisse können hier heruntergeladen werden.

Digitalpolitik muss der rote Faden des Koalitionsvertrags sein