eco Allianz fordert klare politische Leitlinien und systematische Standortpolitik
- 60 Prozent halten den weiteren Ausbau von Rechenzentren in Deutschland für wichtig oder sehr wichtig, um digitale Leistungsfähigkeit und digitale Souveränität am Standort zu stärken.
- 50 Prozent befürworten den Ausbau von Rechenzentren in der eigenen Region, nur 11 Prozent lehnen einen weiteren Ausbau ab.
- Größte Bedenken betreffen Energie- und Wasserverbrauch
Berlin, 18.06.2026 – Die voranschreitende Digitalisierung in der Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, insbesondere auch die damit verbundene zunehmende Verwendung von Cloud und KI-Anwendungen treiben den Bedarf an Rechenkapazitäten. eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. schätzt, dass die IT-Anschlussleistung von Rechenzentren in Deutschland bis 2030 um über 50% steigen wird, die Nachfrage ist allerdings mindestens dreimal so hoch. Der Ausbau von Rechenzentren sorgt jedoch immer wieder für Diskussionen. In den vergangenen Monaten stießen neue Projekte in Gemeinden wie Groß-Gerau und Maintal auf erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung und Kommunalverwaltung, aber dieser lautstarke Widerstand stellt nicht die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung dar, wie eine aktuelle YouGouv Umfrage im Auftrag, der unter dem Dach des eco Verbands der Internetwirtschaft e.V. gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen zeigt.
Demnach bewertet die Mehrheit der Menschen in Deutschland den Ausbau von Rechenzentren positiv. 60 Prozent halten den weiteren Ausbau für wichtig oder sehr wichtig, um Deutschlands digitale Leistungsfähigkeit und digitale Souveränität zu stärken. Nur 7 Prozent bewerten ihn als eher oder sehr unwichtig.
Zustimmung für Rechenzentren mehr als viermal so hoch wie Ablehnung
Auch beim regionalen Ausbau zeigt sich ein klares Bild. Jede zweite befragte Person befürwortet den weiteren Ausbau von Rechenzentren in der eigenen Region. Nur 11 Prozent lehnen ihn eher oder sehr ab. Damit ist die Zustimmung mehr als viermal so hoch wie die Ablehnung.
„Die Umfrage zeigt, dass die Menschen in Deutschland verstanden haben, wie zentral Rechenzentren für digitale Leistungsfähigkeit, Künstliche Intelligenz, Cloud-Anwendungen, digitale Verwaltung, Online-Banking, Streaming und digitale Souveränität sind“, sagt Volker Ludwig, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen. „Wer Deutschland digital leistungsfähiger und wettbewerbsfähiger machen will, braucht moderne Rechenzentren im Land. Dafür gibt es in der Bevölkerung eine klare Mehrheit.“
Gleichzeitig plädiert Ludwig aber auch dafür, die Bedenken aus der Bevölkerung ernst zu nehmen und zu adressieren. Laut Umfrage sehen 43 Prozent den Stromverbrauch mit Sorge, 31 Prozent die Belastung lokaler Stromnetze, 29 Prozent den Wasserverbrauch und 22 Prozent den Flächenbedarf von Rechenzentren. Aus Sicht der Allianz ist das ein klarer Auftrag an Politik, Verwaltung und Branche, den Ausbau effizient zu planen, transparent zu erklären und bestmöglich in Energie-, Netz- und Standortstrategien einzubinden.
Volker Ludwig: Akzeptanz entsteht durch gute Standortpolitik und einen offenen Austausch vor Ort
„Akzeptanz entsteht nicht dadurch, dass man sich der Verantwortung entzieht, sondern durch Transparenz und gute Standortpolitik“, sagt Ludwig. „Rechenzentren müssen als Teil der Infrastrukturellen Daseinsvorsorge verstanden werden. Damit einher geht die Notwendigkeit Rechenzentren auch effizient in das erweiterte lokale Infrastrukturökosystem einzubetten, inkl. der systematischen Integration in lokale Energie- und Wärmenetze. Dafür braucht es schnellere Genehmigungen, verlässliche Netzanschlüsse, wettbewerbsfähige Strompreise, geeignete Flächen, realistische Effizienzregeln und gesetzgeberische Sicherheit. Die Bevölkerung ist bereit für den Ausbau. Jetzt muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen.“
Die Allianz verweist darauf, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um digitale Infrastruktur unter Druck steht. KI-Anwendungen, souveräne Cloud-Angebote, digitale Verwaltung und datengetriebene Geschäftsmodelle benötigen Rechenzentrumskapazitäten vor Ort. Werden diese Kapazitäten nicht in Deutschland und Europa aufgebaut, wandern digitale Wertschöpfung, Datenverarbeitung und technologische Abhängigkeiten in andere Weltregionen ab.
Die Umfrage zeigt zugleich: Die Menschen unterscheiden zwischen berechtigten Sorgen und Infrastrukturfragen und grundsätzlicher Ablehnung. Während Energie-, Netz-, Wasser- und Standortaspekte als relevant genannt werden, bleibt die grundsätzliche Unterstützung für Rechenzentren hoch. „Deutschland braucht eine neue Sachlichkeit in der Rechenzentrumsdebatte“, sagt Ludwig. „Die Frage ist nicht, ob wir Rechenzentren brauchen. Die Frage ist, wie wir sie schneller, effizienter und besser integriert bauen. Diese Umfrage zeigt, dass die gesellschaftliche Grundlage dafür vorhanden ist.“
Über die Umfrage
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 09. bis 12. Juni 2026 insgesamt 2.039 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Über die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen
Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen der Branche. Die 2018 unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. gegründete Initiative setzt sich im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit für leistungsfähige, nachhaltige und wettbewerbsfähige digitale Infrastrukturen in Deutschland ein.
Hier finden Sie alle Ergebnisse der Umfrage.


